Lage in Aleppo: Außenminister beraten in Paris

Lage in Aleppo: Außenminister beraten in Paris

Am Samstag haben sich führende Diplomaten zu Beratungen über die Lage in Aleppo und im übrigen Syrien getroffen. Im französischen Außenministerium kamen die Vertreter der USA, aus Europa, aus arabischen Ländern und der Türkei zusammen. Auch Wortführer der syrischen Opposition nahmen daran Teil. Nach mehrstündigen Beratungen trat Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) am Mittag an der Seite seiner Kollegen vor die Presse. BUNDESAUSSENMINISTER FRANK-WALTER STEINMEIER "Es ist unsere Pflicht, als diejenigen, die wir in der Außenpolitik Verantwortung tragen, die Tragödie in Aleppo und anderswo in Syrien nicht nur zu beklagen, sondern gerade wegen der objektiv bestehenden Schwierigkeiten weiterhin nach Möglichkeiten zu suchen, diese Tragödie zu beenden. Dazu gehört, jene zur Verantwortung zu ziehen, die sich schuldig gemacht haben, schuldig gemacht haben auch von Kriegsverbrechen." Er und seine Amtskollegen hätten Syrien nicht aufgeben, so Steinmeier. Erklärtes Ziel seien weiterhin eine politische Lösung für Syrien. Hoffnungen auf eine Feuerpause hatten sich trotz einer vorangegangenen Ankündigung des russischen Außenministers Lawrow zuletzt zerschlagen, die Kampfhandlungen in Aleppo wurden nicht eingestellt. Die syrischen Regierungstruppen kontrollieren derzeit mehr als 90 Prozent der Stadt. Das hat das russische Außenministerium am Samstag mitgeteilt. Die Lage der Zivilisten in Aleppo hatte sich zuletzt immer weiter zugespitzt. US-Außenminister John Kerry erinnerte an das gemeinsame Ziel, den sogenannten Islamischen Staat zu besiegen. Diese Gemeinsamkeit dürfe man trotz unterschiedlicher Positionen im Syrienkonflikt nicht aus den Augen verlieren. Nach Ende des Treffens werde er sich mit dem russischen Außenminister Sergei Lawrow in Verbindung setzen. Die Zusammenkunft habe geholfen, alle Handlungsoptionen klarer zu sehen, so Kerry. Das Treffen endete am Samstag ohne konkrete Beschlüsse. Für Samstag hatten Russland und die USA außerdem ein Treffen ihrer Militärexperten in Genf angekündigt. Auch dabei sollte es um die Lage in Aleppo gehen.
Sa, 10.12.2016, 14.29 Uhr

Am Samstag haben sich führende Diplomaten zu Beratungen über die Lage in Aleppo und im übrigen Syrien getroffen. Im französischen Außenministerium kamen die Vertreter der USA, aus Europa, aus arabischen Ländern und der Türkei zusammen. Auch Wortführer der syrischen Opposition nahmen daran Teil. Nach mehrstündigen Beratungen trat Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) am Mittag an der Seite seiner Kollegen vor die Presse. BUNDESAUSSENMINISTER FRANK-WALTER STEINMEIER "Es ist unsere Pflicht, als diejenigen, die wir in der Außenpolitik Verantwortung tragen, die Tragödie in Aleppo und anderswo in Syrien nicht nur zu beklagen, sondern gerade wegen der objektiv bestehenden Schwierigkeiten weiterhin nach Möglichkeiten zu suchen, diese Tragödie zu beenden. Dazu gehört, jene zur Verantwortung zu ziehen, die sich schuldig gemacht haben, schuldig gemacht haben auch von Kriegsverbrechen." Er und seine Amtskollegen hätten Syrien nicht aufgeben, so Steinmeier. Erklärtes Ziel seien weiterhin eine politische Lösung für Syrien. Hoffnungen auf eine Feuerpause hatten sich trotz einer vorangegangenen Ankündigung des russischen Außenministers Lawrow zuletzt zerschlagen, die Kampfhandlungen in Aleppo wurden nicht eingestellt. Die syrischen Regierungstruppen kontrollieren derzeit mehr als 90 Prozent der Stadt. Das hat das russische Außenministerium am Samstag mitgeteilt. Die Lage der Zivilisten in Aleppo hatte sich zuletzt immer weiter zugespitzt. US-Außenminister John Kerry erinnerte an das gemeinsame Ziel, den sogenannten Islamischen Staat zu besiegen. Diese Gemeinsamkeit dürfe man trotz unterschiedlicher Positionen im Syrienkonflikt nicht aus den Augen verlieren. Nach Ende des Treffens werde er sich mit dem russischen Außenminister Sergei Lawrow in Verbindung setzen. Die Zusammenkunft habe geholfen, alle Handlungsoptionen klarer zu sehen, so Kerry. Das Treffen endete am Samstag ohne konkrete Beschlüsse. Für Samstag hatten Russland und die USA außerdem ein Treffen ihrer Militärexperten in Genf angekündigt. Auch dabei sollte es um die Lage in Aleppo gehen.

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