Spenden

Ehepaar aus Eichen spendet insgesamt 22.200 Euro

Renate und Heinz Krämer verkaufen seit zehn Jahren auf Weihnachtsmärkten selbst gefertigte Holz-Deko. Der Erlös geht an die Aktion Lichtblicke.

Foto: Laura Baer

Renate und Heinz Krämer verkaufen seit zehn Jahren auf Weihnachtsmärkten selbst gefertigte Holz-Deko. Der Erlös geht an die Aktion Lichtblicke. Foto: Laura Baer

Eichen.   Renate und Heinz Krämer verkaufen Holzschmuck auf Weihnachtsmärkten. Jedes Jahr spenden sie den gesamten Erlös an die Aktion Lichtblicke.

„Ich gehe heute auf jeden Fall noch eine Stunde sägen“, sagt Heinz Krämer. „Nein, heute nicht, heute müssen wir die Weihnachtssachen wegräumen“, entgegnet seine Frau Renate. In einer fünf Quadratmeter großen Hütte hinter der Garage haben die Krämers eine kleine Werkstatt eingerichtet. Hier sägt und werkelt Heinz Krämer ein Jahr lang – bis die Weihnachtszeit beginnt und das Ehepaar die „Spendenbude“ auf dem Lichterglanz im Dreslers Park öffnet. Baumschmuck aus Holz und weihnachtliche Lichtobjekte bieten die Eichener zum Verkauf an; alles selbst gemacht. Der Erlös geht an die Aktion Lichtblicke. „Wir behalten keinen einzigen Cent“, betont Renate Krämer.

Seit zehn Jahren ist das Ehepaar mit seinen Holzprodukten auf Weihnachtsmärkten unterwegs – knapp 22.200 Euro haben Heinz und Renate Krämer insgesamt eingenommen. Und alles gespendet.

Idee

Angefangen hat alles 2006. „Etwa vier Wochen vor Weihnachten habe ich zu meinem Mann gesagt: ,Ich möchte mal einen ganz anderen Baumschmuck haben’“, erzählt Renate Krämer. Sie habe damals Vorlagen für Holzengelchen gesehen. „,Sowas möchte ich auch haben’, habe ich zu meinem Mann gesagt.“ Heinz Krämer besorgte sich Holz und fertigte die Schmuckteile an. Im Radio habe sie dann von der Aktion Lichtblicke erfahren, so die 77-Jährige. „Ich dachte, dass es uns doch so gut geht, dass wir bei sowas eigentlich auch mitmachen könnten.“ Im Frühjahr 2007 fing Heinz Krämer bereits an zu basteln, im September meldete sich das Ehepaar bei der Aktion an und im Dezember verkaufte es erstmals seine Produkte auf einem Weihnachtsmarkt – damals noch in Littfeld. „Im ersten Jahr haben wir bereits 1150 Euro eingenommen“, sagt Renate Krämer stolz.

Antrieb

„Die Leute aus meiner Wandergruppe haben mich gefragt, warum ich das Ganze überhaupt mache“, sagt Heinz Krämer. „Von dem Geld hätte ich mir ja auch ein Auto kaufen können. Aber es ist einfach ein Herzensprojekt.“ Sie selbst habe als Kind noch Armut erlebt, „aber heute geht es uns gut, da wollen wir die Ärmeren unterstützen“, sagt Renate Krämer. Das Schöne an der Aktion Lichtblicke sei, dass das Geld in NRW bleibe.

Glaube

„Von April bis Anfang November war ich sehr krank“, sagt Renate Krämer. „Ich dachte nicht, dass ich nochmal gesund werde.“ Damals hätte die Tochter ihren Eltern geraten, mit dem Weihnachtsmarktverkauf aufzuhören. „Und wenn ich es allein durchgezogen hätte, ich hätte weitergemacht“, sagt Heinz Krämer. Im vorigen Jahr hatte das Ehepaar bereits überlegt aufzuhören, „aber wir wollten ja noch die zehn Jahre vollmachen“, sagt Heinz Krämer. Und seine Frau wurde wieder gesund. Ihr Glaube habe ihr dabei geholfen, so die 77-Jährige.

Organisation

Bei Baumärkten besorgt sich Heinz Krämer Holzreste. Die sägt und schmirgelt er dann in seiner kleinen Werkstatt hinterm Haus und baut die hölzernen Weihnachtsobjekte anschließend in seinem Hobbyraum im Keller zusammen. „Mein Mann sägt, ich dekoriere und kümmer’ mich um die ganze Organisation“, sagt Renate Krämer. „Sogar im Urlaub hatten wir eine Kiste mit noch nicht fertig gewordenen Holzteilen dabei.“

Beim Auf- und Abbau des Standes auf dem Weihnachtsmarkt und beim Verkauf helfen dann Kinder und Enkel. „Da können wir uns wirklich drauf verlassen“, betont Heinz Krämer. Er wird bald 80. Ob sie auch in diesem Jahr wieder dabei sind im Dreslers Park? „Wir haben noch nicht ja und noch nicht nein gesagt“, sagt der 79-Jährige. „Sagen wir mal so: Ich bin schon wieder fleißig am Basteln.“

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