Kultur

Volmarsteiner Irish Folk Festival findet nicht mehr statt

Beim siebten und letzten Irish Folk Festival auf der Burg Volmarstein tummelten sich 2016 an den zwei Festivaltagen mehr als 2000 Besucher.

Foto: Franziska Hoppen

Beim siebten und letzten Irish Folk Festival auf der Burg Volmarstein tummelten sich 2016 an den zwei Festivaltagen mehr als 2000 Besucher. Foto: Franziska Hoppen

Wetter.   Das Irish Folk Festival auf der Burg Volmarstein ist Geschichte. Nach der siebten Auflage 2016 geben die Organisatoren auf. Und sind traurig.

Im Jahr 2018 wird es kein Irish Folk Festival auf der Burg Volmarstein geben. Und auch in den Folgejahren müssen die Fans der irischen Musik auf die beliebte Veranstaltung auf dem Burgberg verzichten. Die Interessengemeinschaft Volmarsteiner Vereine (IGVV) zieht sich als Ausrichter des Festivals zurück.

Schon im November angedeutet

„Dieses Festival war das Kind von Thomas Brandt“, sagt Fritz Peitz, Vorsitzender der IGVV. „Er hat unglaublich viel Kraft in die Organisation gesteckt.“ Nach dem Tod des engagierten Volmarsteiners habe man das Festival 2016 noch gestemmt. „Auch aus Freundschaft Thomas gegenüber“, sagt Peitz. Doch schon nach der Veranstaltung sei klar geworden, dass es ohne Brandt schwer würde, das Festival weiterzuführen. „Das haben wir auch im November gegenüber den Mitgliedern des Vereins kundgetan“, erklärt der Vorsitzende, dass man bemüht war, vielleicht einen Nachfolger zu finden.

Viel Arbeit hinter den Kulissen

Doch hat sich aus den Reihen der Volmarsteiner Vereine niemand gemeldet, der die Hauptarbeit der Organisation übernehmen will. „Da geht es ja nicht um zwei Stunden am Bierstand oder einen Nachmittag an der Kasse“, sagt Fritz Peitz. Die Organisation dieser Veranstaltung laufe die meiste Arbeit hinter den Kulissen. Zwar habe man mit Keith Bailey einen guten Partner und Freund an Bord gehabt, der vor allem bei Auswahl und Engagement der Bands aktiv war, doch seien auch vor Ort viele Aufgaben zu stemmen. „Und das nicht erst, seit die Sicherheitsbestimmungen für solche Veranstaltungen aufwändiger geworden sind“, sieht Peitz auch in anderen Bereichen eine Zunahme der Anforderungen.

Shuttel-Service für Besucher und Künstler

Das Thema Parkplätze habe die Veranstalter zum Beispiel viel Geld und Aufwand gekostet. „Wir haben einen Shuttle-Dienst eingerichtet, so etwas muss frühzeitig organisiert werden.“ Einen Shuttle-Service gab es auch für die Künstler, die teilweise von der grünen Insel eingeflogen wurden. „Auch da muss früh organisiert werden, müssen Flüge gebucht werden“, zählt Peitz nur einen Teil der Arbeiten auf. Bei einem Gesamtvolumen von gut 20 000 Euro sei zudem die Verantwortung hoch.

2014 war das Festival schon einmal abgesagt worden. Damals war Thomas Brandt das erste Mal erkrankt, die gerade erst geschlossenen Verträge mit den Künstlern konnten noch storniert werden. Als Brandt wieder genesen war, ging er – so Peitz – mit neuem Elan an die Organisation der Veranstaltung 2016. Das Festival sollte der Volmarsteiner allerdings nicht mehr erleben. Im Juli 2016 starb Thomas Brandt und hinterließ auch bei der Interessengemeinschaft der Volmarsteiner Vereine eine große Lücke. Eine Lücke, die auch mit Blick auf das Festival nicht gefüllt werden kann. In der jüngsten Sitzung der IGVV hat der Vorstand, komplettiert durch Paul Vorberg (MGV Einigkeit) als zweiter Vorsitzender, die Absage endgültig beschlossen.

Nachwuchs fehlt in Vereinen

Keith Bailey, der als Agent das Festival von Recklinghausen aus mitsteuerte, bedauert die Absage, auch wenn sie für ihn persönlich nicht ganz überraschend kam. „Die alte Garde wollte sowieso nach 2016 abtreten“, sagt Bailey, der in diesem Jahr in Rente geht und an die Küste ziehen will. Eigentlich sei geplant gewesen, die Verantwortung in jüngere Hände zu legen. Doch der Nachwuchs fehle. Ein Problem, das Fritz Peitz grundsätzlich in den Vereinen auch in Volmarstein sieht. „Wo sind die jungen Leute?“, fragt er. Viele von ihnen waren als Besucher auf dem Volmarsteiner Burgberg. Und auch bei den mehr als 100 ehrenamtlichen Helfern waren immer Nachwuchskräfte dabei. Nur für die Organisation hat sich niemand gefunden.

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