Kirmes

Unglückskarussell bei Kirmes in Gevelsberg war „Notlösung“

Bei dem Unfall am Abschlusstag der Kirmes in Gevelsberg sind sieben Menschen verletzt worden, drei von ihnen schwer. Foto: Stephan Witte/dapd

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Bei dem Unfall am Abschlusstag der Kirmes in Gevelsberg sind sieben Menschen verletzt worden, drei von ihnen schwer. Foto: Stephan Witte/dapd Foto: dapd

Gevelsberg.   Nach dem Unfall mit sieben Verletzten auf der Gevelsberger Kirmes kam heraus, dass der verunglückte „Schlager-Express“ gar nicht auf der Kirmes stehen sollte. Der eigentlich vorgesehene Betreiber konnte sein Fahrgeschäft nicht aufbauen. Unterdessen lobte Bürgermeister Jacobi den Rettungseinsatz.

Der „Schlager-Express“ hätte eigentlich gar nicht auf der Gevelsberger Kirmes stehen sollen. Ursprünglich war für den Standort die „Seesturmbahn“ vorgesehen. Deren Betreiber hatte jedoch am Aufbautag festgestellt, dass er sein Fahrgeschäft aufgrund des Gefälles auf dem Platz höher hätte unterbauen müssen, als der TÜV erlaubt. Er reiste sofort ab.

Kurzfristig konnte daraufhin der „Schlager-Express“ eines Schaustellers aus Ahaus verpflichtet werden. „Der stand im vergangenen Jahr auch auf der Kirmes, nur an einem anderen Standort“, berichtete Bürgermeister Claus Jacobi. Von Seiten der Stadt habe es keinen Grund gegeben, an der Betriebssicherheit des Geschäfts zu zweifeln, betonte er.

Grundsätzlich gilt, dass Fahrgeschäfte von der Bauaufsicht des Wohn- oder Geschäftssitzes des Betreibers überprüft werden. Am Ort der jeweiligen Veranstaltung muss dann jeweils das Prüfbuch vorgelegt werden, das lückenlos und schlüssig sein müsse, so Jacobi. Die Bauaufsicht am Veranstaltungsort nehme dann jeweils noch eine Sichtkontrolle des aufgebauten Fahrgeschäfts vor.

Sanitäter in kürzester Zeit am Unglücksort

Den Ablauf des Großeinsatzes habe er als „vorbildlich“ erlebt, meinte Bürgermeister Claus Jacobi gestern. Das Zusammenspiel von DRK, Feuerwehr, leitendem Notarzt des Kreises und der Ordnungsbehörde habe sehr gut funktioniert. Die Alarmierung war aufgrund der großen Menschenmenge unter der Lageeinschätzung „Massenpanik“ erfolgt.

Insgesamt neun Rettungsfahrzeuge und drei Notärzte rückten an, die Feuerwehr kam hinzu und in der nahe gelegenen Musikschule wurde ein Behandlungs- und ein Rückzugraum für die Einsatzkräfte geöffnet. Letztlich konnte der Einsatz aber geordnet durchgeführt werden. Einige Besucher, vornehmlich in alkoholisiertem Zustand machten allerdings die Rettungswege nicht sofort frei. Zwei Betrunkene wollten zudem das Feld nicht räumen, als die Polizei ihre Ermittlungen aufnahm. Einer trat sogar eine Beule in die Tür eines Streifenwagens. Dafür wurde er in Gewahrsam genommen.

Claus Jacobi hatte nur wenige Meter vom Unglücksort wie hunderte andere Besucher auf den Beginn des traditionellen Höhenfeuerwerks zum Abschluss der Kirmes gewartet. Nachdem er mitbekommen hatte, dass am „Schlager-Express“ etwas passiert war, eilte er sofort dorthin. „Das war eine total bedrückende Situation“, meinte er. Die Besucherinnen seien zum Feiern gekommen und so plötzlich in eine so schlimme Situation gekommen. Er drückte den Opfern sein Mitgefühl aus und wünschte ihnen gute Besserung. Das Stadtoberhaupt kündigte auch an, die Verletzten in Kürze zu besuchen.

Höhenfeuerwerk abgebrochen

Schwerere Unglücke in Fahrgeschäften hat es in Gevelsberg in den vergangenen Jahren nicht gegeben. Allerdings war beim Aufbau der Kirmes 2010 ein Schaustellergehilfe beim Rangieren von einem Lkw eingequetscht und dabei schwer verletzt worden. Und im selben Jahr war eine 15-Jährige aus einer Gondel des Musikexpress gefallen und hatte Prellungen und Schürfwunden davongetragen.

Im Jahr 2008 hatte ein Querschläger beim Abschlussfeuerwerk vier Personen verletzt. Im Anschluss war der Abschussort verändert worden. Das Feuerwerk in diesem Jahr wurde zunächst zwar abgeschossen. Nachdem das Ausmaß des Unfalls im „Schlager-Express“ absehbar war, veranlasste das Ordnungsamt den Abbruch. So war schon nach wenigen Minuten Schluss.

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