Stadtentwicklung

Schwelmer Rathaus soll auf die Brauereibrache kommen

Die Brauereibrache von oben: Auf dem unbebauten Teil könnte das neue Rathaus mit Einzelhandel im Erdgeschoss entstehen, in den historischen Teil soll weiterhin Gastronomie einziehen.

Foto: Hans Blossey

Die Brauereibrache von oben: Auf dem unbebauten Teil könnte das neue Rathaus mit Einzelhandel im Erdgeschoss entstehen, in den historischen Teil soll weiterhin Gastronomie einziehen. Foto: Hans Blossey

Schwelm.   Nächste Variante: Nun soll das zentralisierte Rathaus inklusive Bücherei auf die Brache der Brauerei kommen. Die Vorbereitungen laufen.

Neustart bei der Brauereibrache und der zentralisierten Verwaltung: Was diese Zeitung schon vor langer Zeit ins Spiel brachte, soll nun nach Wunsch einer großen politischen Mehrheit im Schwelmer Rat Realität werden: Das zentralisierte Rathaus soll auf dem Grundstück der Brauereibrache entstehen. Aber: Bis dahin liegt noch viel Arbeit vor Politik und Verwaltung, die nun einen kleinen ersten gemeinsamen Schritt gegangen sind.

Kosten werden wichtig sein

Nach wochenlangem Ringen haben sich CDU, SPD, Die Bürger, die Grüben sowie SWG/BfS auf einen gemeinsamen Antrag geeinigt, den sie unmittelbar vor der Ratssitzung einbrachten und an den sich auch noch die Linken hefteten. Nur die FDP enthielt sich bei der Abstimmung, so dass die Verwaltung nun zunächst mit dem potenziellen Käufer des Grundstücks und der Planung verhandeln muss, ob und unter welchen Rahmenbedingungen und Kosten dieser der Stadt ausreichend Flächen für das Projekt zur Verfügung stellt.

Noch ist das Grundstück im Besitz der Euroconcept. Der Zwangsvollstreckungsvermerk ist Vergangenheit, und es existiert ein ernst zu nehmender Interessent, der der Euroconcept Grundstück und Planung abkaufen möchte. Dieser war bereits mehrfach zu Gesprächen in Schwelm und hat signalisiert, dass er in alle Richtungen offen ist. Heißt: Er könne die bestehenden Pläne umsetzen, sich aber ebenso vorstellen, den unbebauten Teil der ehemaligen Brauerei an die Stadt zu veräußern, oder sogar selbst ein Rathaus inklusive Bücherei zu bauen, dieses dann zu verkaufen oder an die Stadt zu vermieten. Bis zum Abschluss dieser Verhandlungen lässt die Stadt die Entscheidung zum Verkauf der Liegenschaften an der Moltkestraße ebenso ruhen, wie die Maßnahmen zum Umbau der Gustav-Heinemann-Schule. Auch mit den Initiatoren des Bürgerbegehrens für ein zentrales Rathaus zeichnet sich eine Einigung ab (siehe nebenstehender Text).

Baustart frühestens 2018

Weil die Veränderungen gegenüber der bisherigen Planungen tiefgreifend sind, hat der Rat – ebenfalls bei Enthaltungen der FDP – geschlossen für den Aufstellungsbeschluss eines neuen Bebauungsplans votiert. Die Vision, was dort wo passieren soll, ist schon ziemlich klar: Auf dem unbebauten Teil soll der Komplex entstehen, in dem im Erdgeschoss Einzelhandel angesiedelt werden soll, in den oberen Etage dann die zentralisierte Stadtverwaltung ein neues Zuhause bekommen soll. In den historischen Teil soll weiterhin Gastronomie einziehen.

Klar ist auch: Eine Garantie gibt es bei Weitem nicht für eine Realisierung. Denn die Kosten werden eine immense Rolle spielen, schließlich ist die Zentralisierung der Verwaltung ein wesentliches Element des Haushaltssanierungsplans. „Ich bewerte die Chancen, dass das Realität wird, etwas besser als Fifty-fifty“, sagte der 1. Beigeordnete der Stadt Schwelm, Ralf Schweinsberg.

Sämtliche Ratsfraktionen betonten, dass man nun ganz am Anfang eines komplizierten Prozesses stehe. Diesen wollen alle handelnden Akteure nun aber mit Vollgas bestreiten. Denn längst existiert in den Hinterköpfen ein Zeitplan. Falls tatsächlich alles nach Wunsch und auf der optimalen Zeitschiene läuft, könnte der frühestmögliche Baubeginn im Frühjahr 2018 sein, so dass die Verwaltung etwa im Jahr 2020 umziehen könnte.

Initiatoren den Bürgerbegehrens begrüßen Brauerei-Möglichkeit 

Noch am Abend der Ratssitzung gaben die Initiatoren des Bürgerbegehrens und deren Unterstützer von der SPD schriftliche Stellungnahmen heraus.

Der Tenor ist nahezu deckungsgleich. Beide begrüßen diese Entwicklung, die Begehrenden um Norbert Meese sähen bei einer Realisierung auf der Brauereibrache ihre Forderung nach einem zentralen Rathausstandort als erfüllt an. Der SPD-Parteivorstand betont jedoch, dass er darauf achten wolle, „dass dem Bürgerbegehren auf diesem Wege nicht die Rechtsgrundlage entzogen wird“. Genau dies wollen die Initiatoren nun durch ihren Juristen prüfen lassen und bei positiver Beurteilung das Verwaltungsgericht bitten, das Verfahren ruhend zu stellen.

Gleichwohl sehen sie die Grundlage für das Begehren weiterhin als gegeben an, denn der Ratsbeschluss, das Rathaus in der ehemaligen Gustav-Heinemann-Schule zu bauen, bestehe noch.

Auf Nachfrage dieser Zeitung sagte Schwelms Beigeordneter Ralf Schweinsberg jedoch, dass die Bemühungen der Verwaltung zur Umsetzung des Ratsbeschlusses parallel ebenfalls ruhen würden.

Seite
Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik