Museen

Lack, Magneten, Promi-Handys – das sind alle Museen in Dortmund

Dortmund.   Kennen Sie das Dortmunder Industrielack-Museum? Magneten-Museum? Giraffen-Museum? Wussten Sie, dass die Handys von Madonna, Papst Benedikt und "Kaiser Franz" in Dortmund lagern? In unserer Museums-Übersicht erfahren Sie's!

Dortmunds Museumswelt ist bunter als man denkt. Vom Giraffenmuseum hat der ein oder andere sicher schon gehört. Aber wer kennt das Magnetmuseum in Aplerbeck? Das Industrielack-Museum mitten im Hafen? Oder das Roy-Black-Archiv in einer Wohnung ganz im Süden der Stadt? Wer weiß denn schon, dass im mobilen Handy-Museum nicht nur der Dienst-Mercedes von Konrad Adenauer lagert (mit Autotelefon, versteht sich), sondern auch zig Promi-Handys von Claudia Schiffer und John Malkovich, Franz Beckenbauer und Günther Jauch, Bill Clinton und Mohammed Ali, Madonna und dem Papst?

Neben skurrilen Ausstellungen, Museums-Klassikern und Publikums-Magneten wie dem BVB-Museum bringen aber auch Neueröffnungen frischen Wind in die Dortmunder Museums-Landschaft. Klar, das DFB-Fußballmuseum ist in aller Munde. Das Schlagermuseum eher nicht — dabei hat Initiator und Schlagerfan Dr. Ingo Grabowsky einen Standort in Aussicht.

Schlagermuseum in der Hörder Burg?

Nach über zweijähriger Suche nach einem geeigneten Objekt ist Grabowsky in Hörde fündig geworden: Der Kulturwissenschaftler und Schlagerfan will einen Teil der Hörder Burg am Phoenix-See für das Museumsprojekt anmieten.

Die Stadt will das 800 Jahre alte Gebäude seit Jahren verkaufen und hat sich noch nicht konkret zu dem Vorschlag geäußert. Kulturdezernent Jörg Stüdemann ließ Grabowsky allerdings wissen: Wegen der „architektonischen Qualität und der exzellenten touristischen Lage“ sei das Gebäude sehr gut geeignet, heißt es in einem Brief an Grabowsky. „Ein Schlagermuseum in der Burg halte ich persönlich für eine sehr interessante Idee."

Eigentlich wollte Grabowsky sein "Museum des europäischen Schlagers" im Brückstraßen-Viertel eröffnen und so ein Stück Innenstadt stärken, das derzeit sehr mit seinem schlechten Image zu kämpfen hat. Aber da sei nichts zu machen gewesen, erklärt Grabowsky. Bis das Schlagermuseum die Pforten öffnet, können allerdings noch locker zwei Jahre vergehen.

Schlager-Ausstellung im MKK

Schon 2007 war Ingo Grabowsky die Idee gekommen, in Dortmund ein Schlagermuseum aufzubauen. Im September 2010 wurden sein Pläne erstmals in den Medien publik. Im Mai 2011 organisierte er die Wanderausstellung "Schlager! Eine musikalische Zeitreise von A bis Z" im MKK. 2011 gründete sich der Verein „Europäisches Schlagermuseum“, auf dessen Initiative die Veranstalter von „Schlager Total“ in der Westfalenhalle das Festival „Dortmund Olé“ im Westfalenpark ins Leben riefen. Das Festival unterstütze die Idee eines Schlagermuseums mit Kräften, erklärt Grabowsky – auch finanziell. Inzwischen sei die erste größere Summe aufs Vereinskonto geflossen, mit dem die bislang 15 Mitglieder erst einmal „so richtig die Werbetrommel rühren“ wollen.

Adlerturm 

Nach einem halben Jahr Vorbereitungszeit eröffnet das Museum Adlerturm in Dortmund am 4. November 2012 als Kindermuseum für mittelalterliche Stadtgeschichte und Archäologie erneut sein Tor.

Nach 20 Jahren Dauerausstellung richtet sich die Neuausrichtung schwerpunktmäßig an die bisher stärkste Besuchergruppe, also Kinder und Schüler. Das Kindermuseum Adlerturm bedient sich kindgerecht wirklichkeitsnaher Figuren der Dortmunder Stadtgeschichte. Agnes von der Vierbecke, der Heilige Reinoldus und der Bürgermeister Hermann Klepping nehmen die jungen Besucher quasi an die Hand und führen sie durch die jeweilige Etage.

Im Vordergrund der Neukonzeption regen Mitmachstationen die jungen Besucher zur Beteiligung an und lassen sie das Thema „begreifen“. Kleine Filmsequenzen sagen mehr als 1000 Worte und Aktionsbereiche, wie Kleider- und Rüstkammern, sowie Hör-, Fühl- und Riechstationen laden zum Anfassen und Ausprobieren ein.

Ein Großteil der Informationen aus der mittelalterlichen Geschichte der Freien und Hansestadt Dortmund stammt aus dem Boden unter dem Adlerturm und den Ausgrabungen im Stadtkern. Daher steht das Thema Archäologie im Mittelpunkt des Untergeschosses. Das ausgegrabene Originalfundament, das seine Besucher in die mittelalterliche Bautechnik führt, bleibt dabei das Objekt Nr. 1.

Apothekenmuseum Adlerapotheke 

Das private Museum der Adlerapotheke am Alten Markt von Dortmund ist mit viel Liebe im Tiefkeller der Apotheke eingerichtet. Die Adlerapotheke ist Westfalens älteste Apotheke: 1322 wird sie erstmals urkundlich erwähnt, und ihre Besitzer sind seit 500 Jahren namentlich nachgewiesen. Seit 1998 ist die Apotheke im Besitz von Ulrich Ausbüttel.

In den acht Ausstellungsräumen sind auf 130 Quadratmetern Offizin (Handverkaufsraum), Materialkammer, Labor, Vorratsräumen, Kräuterkammer, Fayenceraum und Bibliothek im alten Stil eingerichtet – mit mehr als 6500 Exponaten, die teils aus alten Beständen der Adler-Apotheke und teils aus den seit Generationen gesammelten pharmaziehistorischen Antiquitäten der Familie Ausbüttel stammen. Diese Exponate vermitteln einen Einblick in die Apotheken-Geschichte der letzten 300 Jahre.

In der Offizin findet der Besucher in Schränken aus der Gründerzeit allerlei Apothekengefäße aus drei Jahrhunderten – aber auch Krokodil, Höhlenbär und andere tierische Ausgangsstoffe (Animalia) zur Arzneimittel-Herstellung. In der Materialkammer werden eine spätmittelalterliche Destillationsanlage, Reisapotheken der letzten 200 Jahre, Pestmasken und alte Gefäße zur Babyernährung gezeigt. Hier findet sich auch das älteste Exponat des Museums: ein römischer „Guttus“, also eine Babyflasche von etwa 500 vor Christi.

Im Labor sind alte Destillationsapparaturen, Retorten, Sterilisierschränke und spezifische Geräte für unterschiedliche Zwecke ausgestellt. In den Vorratsräumen stehen reihenweise Porzellan-Kruken und Glasflaschen, ein antiker Schrank mit Gift-Gefäßen und manches Kuriosum. In der Kräuterkammer werden hunderte hölzerner Teedosen, faszinierende Botanisiertrommeln, getrocknete Heilkräuter sowie Gerätschaften zu ihrer Verarbeitung ausgestellt. Im Fayencenraum sind Fayencen und Majolika als Zier-, Schmuck- und Prunkgefäße ausgestellt, die auch auf Reichtum und Ansehen des Inhabers aufmerksam machen sollten, ebenso eine beachtliche Waagen-Sammlung. Die Bibliothek umfasst 600 historische Bücher, Zeitschriften und handschriftliche Aufzeichnungen von Apothekern. Außerdem werden 200 Mörser aus unterschiedlichen Materialien, Ländern und Epochen gezeigt.

Altes Hafenamt 

Das Alte Hafenamt im Hafen von Dortmund wurde 1899 eingeweiht – gemeinsam mit dem damals neu gegründeten Hafen. Das Gebäude des Architekten und Stadtbauinspektors Friedrich Kullrich steht heute unter Denkmalschutz. Das Alte Hafenamt steht als Landmarke am Eingang zum Hafen und sollte einfahrenden Binnenschiffern schon von weitem den Dortmunder Hafen ankündigen.

Bis 1962 wurde der Punkbau als Hafenverwaltung genutzt. Heute beheimate das Gebäude die Wasserschutzpolizei und dient als Treffpunkt der Marinekameradschaft Dortmund. Zudem können sich Paare im „Kaiserzimmer“ trauen lassen – einem Turmzimmer, in dem die ursprüngliche Ausstattung erhalten ist.

Die „Gesellschaft zur Förderung von Hafen und Schifffahrt“ nutzt das Gebäude außerdem als Fläche für die kleine Ausstellung „Schifffahrt und Hafen“, die zumeist von Schulklassen besucht wird. Zu sehen gibt’s unter anderem ein riesiges detailgetreues Hafenmodell, das Modell eines Schiffshebewerks und einen Ruderstand – und den Spaten, den Kaiser Wilhelm für den Ersten Spatenstich benutzt haben soll.

Zudem wird in der Titanic-Ausstellung die Geschichte vom Untergang des wohl berühmtesten aller Schiffe gezeigt.

Die Architektur des Hafenamtes ist geprägt von niederdeutschen Stilformen unter Anlehnung an die holländische Bauweise des 17. Jahrhunderts. Mit dem Alten Hafenamt setzte der Erbauer den Bezug der Stadt Dortmund über Hafen und Dortmund-Ems-Kanal zur Nordseeküste architektonisch um. Das Gebäude wurde von 1982 bis 1987 aufwändig restauriert und stellt eines der wenigen öffentlichen Häuser der Stadt dar, die in der Wilhelminischen Zeit entstanden und noch erhalten sind. Ein von Dreiviertelsäulen umrahmtes Eingangsportal endet in einen Neptunskopf. Über dem Gesimse erinnert ein Bronzerelief mit dem Bildnis Wilhelm II. an die Einweihung des Hafens durch den deutschen Kaiser am 11. August 1899. Unter der Brüstung des Kaiserzimmers finden sich, von Delphinen getragen, die Wappen der Städte Emden und Dortmund – des Start- und Endpunktes des Dortmund-Ems-Kanals.

Automobil-Museum 

Der privaten Initiative der Familie Edler von Graeve verdanken Auto-Fans das Oldtimer-Museum an der B54 in Dortmund-Wellinghofen. In der ständig wechselnden Ausstellung werden faszinierende und hochwertige Exponate und Oldtimer gezeigt, die die Geschichte des Automobils zeigen – darunter Wagen der Marken Jaguar, Ferrari, Horch, MG, Alfa Romeo, VW und Mercedes. Auch historische Motorräder sind dabei. Auch die Autos von Prominenten stehen gelegentlich in der Ausstellung – wie Rockefellers Jaguar MK V oder Heinz Rühmanns Jaguar MK I.

Außerdem steht ein Formel1-Simulator zur Verfügung, in dem „große Kinder“ihr fahrerisches Geschick testen und eine Runde im Cockpit eines Rennboliden auf einer Formel1-Rennstrecke ihrer Wahl absolvieren können.

Die Räume des Museums können auch für Veranstaltungen gemietet werden – mit Tischen mitten in der Ausstellung zwischen Traumkasossen und alten Schätzchen. Ans Museum angeschlossen ist zudem das Restaurant „Trattoria Mille Miglia“, das nicht zufällig den Namen des legendären italienischen Straßenrennens „Mille Miglia“ trägt. Das Rennen fand zwischen 1927 bis 1957 von Brescia nach Rom statt und wurde 1977 als Oldtimer-Rallye wieder ins Leebn gerufen. Die Wandmalereien und das Ambiente des Restaurants ist dem Marktplatz Brescias nachempfunden – dem Piazza della Vittoria, auf dem die technische Abnahme der Fahrzeuge stattfindet. Kleine Besonderheit am Rande: Das Warsteiner fließt frisch gesapft aus einem Jaguar-Zylinderkopf.

Bergbaumuseum BUV Kleinzeche 

Im Bergbaumuseum BUV Kleinzeche im Torhaus der Zeche Adolf von Hansemann wartet eine kleine, einzigartig liebevoll zusammengetragene Ausstellung auf Besucher. Hier wird nicht nur der Beruf des Bergmanns erfahrbar, sondern auch das Bergmannsleben in der autentischen Wohnung erlebbar gemacht. Gruppen können eine besondere Erfahrung mit einigen Stunden geselligem Zusammensein bei Kaffee und Kuchen oder einer zünftigen Brotzeit (beides auf Vorbestellung) kombinieren. Auch Hochzeiten wurden hier schon ausgerichtet.

Am 10. Mai 1884 gründeten engagierte Bergleute den Bergmann-Unterstützungs-Verein (BUV) Dortmund-Mengede. Zweck des Vereins war die Unterstützung von in Not geratenen Bergleuten. Damals gab es noch keine soziale Absicherung für Bergleute. Krankheit, Unfall oder Tod bedeutete für die Betroffenen und deren Familien große Not. In der Blütezeit des Bergbaus hatte der BUV mehr als 200 Mitglieder – gegenwärtig sind es noch etwa 100 Mitglieder. 1958 gründete der Bergmann-Unterstützungs-Verein eine Sterbekasse, die nach den Zechenschließungen zum 31. Dezember 1996 geschlossen wurde.

Das Museum, das der Kreishandwerkskammer Dortmund gehört, soll die Erinnerung an die bergmännische Tradition, die Kultur und das Brauchtum wachhalten. In einer Drei-Raum-Wohnung werden auf 70 Quadratmetern viele Gegenstände des Bergbaus und des Bergmann-Unterstützungs-Verein Dortmund-Mengede 1884 gezeigt. Das Museum speist sich aus Geld- und Sachspenden von Geldinstituten, Firmen und Privatleuten – besonders von ehemaligen Bergleuten der umliegenden Zechen.

Raum 1 stellt Ausrüstung aus dem Alltag der Bergleute dar. Karbidlampen, Öllampen, Handlampen und Steigerblitzer geben eine Übersicht über das Bergmannsgeleucht (Wetterlampen). Lehrbücher, Bilder, Dokumente und Urkunden dokumentieren die Vergangenheit des BUV. Ein besonderes Kleinod: ein Vereinsbild von 1899. Die darauf abgebildete Standarte ziert den Raum noch heute. Zudem ist eine Mineralien- und Gesteinssammlung zu sehen.

Raum 2 ist als Flözstrecke Wasserfall eingerichtet worden – das Ort ist mit echter Kohle dargestellt. Beleuchtet wird der Raum von originalen Gruben- und Langfeldleuchten. Hier können Schachthammer, Stechuhr, Bohrhammer mit Bohrsäule, Messgeräte, Kopflampen, Explosionssperre, Grubenwehr-Rettungsgeräte u.v.m. besichtigt werden.

Raum 3 zeigt eine Küche mit wertvollen Gegenstände wie einer Heiligenstatue der Heiligen Barbara (Schutzpatronin der Bergleute), einem 700 Jahre alten Schreinerhobel von der Kokerei Hansemann oder eine Sammlung von Steigerstöcken.

Bergbaumuseum Rombergstollen

Zudem gibt es weiteres kleines Bergbaumuseum — ebenso privat betrieben im ehemaligen Bahnhofsgebäude des Haltepunkts Dortmund-Tierpark: Das kleine, aber feine Bergbaumuseum RombergstollenEs öffnet nur nach Voranmeldung.

Bergbaumuseum Zeche Westhausen 

In der Maschinenhalle der ehemaligen Zeche Westhausen (Teufbeginn 1855) haben Ende des 80er einige Bergleute ein kleines Bergbaumuseum eingerichtet. Sie betreiben das Museum im Geschichtsverein weiter. Die Ausstellung zeigt ihr damaliges Leben als Bergmanns anhand von liebevoll zusammengetragenen Utensilien wie Trachten, Arbeitsanzügen, Grubenlampen, Helme, Sauerstoffgeräte, Lehrtafeln, Werkzeuge oder Urkunden. Zudem sind Teile der Fördermaschine erhalten (Führerstand, Antriebsrad, Dampfmaschine, Kompressoren etc.).

Teil des Museums ist auch der etwas in die Jahre gekommene Malakow-Turm (1873) über Schacht 1, der heute unter Denkmalschutz steht und der seit einigen Jahren in kleinen Schritten instandgesetzt wird. Die Waschkaue, die architektonisch nicht weniger beachtlich war als Malakowturm und Lohnhalle, wurde um 1993 bei einem Brand so schwer beschädigt, dass die Denkmalpflege einem Abriss der Ruine zustimmen musste.

Das Besondere am Museum ist aber: Die Museumsführer sind Bergleute vom alten Schlag – Kumpel zum Anfassen sozusagen, die jede Frage aus dem Alltag der Bergarbeiter beantworten können.

BVB-Fußballmuseum Borusseum 

Pünktlich zum 99. Geburtstag des BVB am 19. Dezember 2008 hat das Fußballmuseum Borusseum neben dem BVB-Stadion in Dortmund seine Pforten geöffnet. Im Nordost-Eck des „schönsten Stadions der Welt“, wie die Londoner Times den Signa-Iduna-Park einst nannte, können Fußballbegeisterte und Fans Fußballemotionen hautnah erleben. Vor einer einzigartigen Kulisse wird geboten, was das Herz höher schlagen lässt: Fußballtradition zum Miterleben und Mitfiebern.

Besucher können im Borusseum in die Welt des BVB eintauchen. Fans folgen den Spuren einer abwechslungsreichen Vereinsgeschichte und nehmen sogar Platz im Wirtshaus „Zum Wildschütz“, dem Gründungslokal der Borussia. Auch die Geschichte der BVB-Stadien wird nachvollzogen – von der „Weißen Wiese“ in der Nähe des Borsigplatzes und der Industrieanlagen der Hoesch-Hüttenwerke im Dortmunder Norden über den Umzug in die Kampfbahn „Rote Erde“ im Dortmunder Süden bis hin zum weltberühmten „Westfalenstadion“, dem heutigen Signal-Iduna-Park.

Teil der Ausstellung sind Raritäten und Besonderheiten mit Gänsehautcharakter wie das Siegertrikot von Lothar „Emma“ Emmerich vom Sieg über den FC Liverpool im Europapokal der Pokalsieger 1966 in Glasgow. Das Herz der Sammlung aber ist die Schatzkammer, in der die Siegerpokale des BVB ausgestellt sind. Besonders viel Gänsehaut gibt’s in der Fankurve, in der man den aufbrandenden Jubel der Süd hautnah erleben kann. Ein Stück einmaliger und mitreißender BVB-Fankultur stellt auch die Karaoke-Box dar, in der die Fans in den Chor echter Fangesänge einstimmen können.

Brauereimuseum 

Das Brauerei-Museum der DAB-Brauerei in Dortmund widmet sich der langen und erfolgreichen Brautradition Dortmunds. Es vermittelt Eindrücke von der Blütezeit der Bierstadt Dortmund seit den 1950er Jahren, berichtet aus der Geschichte der zahlreichen Dortmunder Brauereien und erläutert den Prozess des Brauens, insbesondere des industriellen Brauens. Es informiert über Produktion und Bierkonsum vor 1950 ebenso wie über das Brauen im Mittelalter.

Sudhaus und Maschinenhaus (1912) von Architekt Emil Moog sind das letzte bauliche Zeugnis großindustrieller Bierbrauerei im Vorkriegs-Dortmund. Während das Sudhaus seit den 80ern als Veranstaltungsraum genutzt wird, war das Maschinenhaus bis vor wenigen Jahren noch in Betrieb. Heute bildet es zusammen mit einem Anbau von 1968 das Dortmunder Brauerei-Museum. 2006 wurde das Museum auf dem Gelände der Dortmunder Actien-Brauerei im Norden wiedereröffnet – zuvor war es seit 1981 bei der Kronen-Brauerei an der Märkischen Straße beheimatet.

Das Brauerei-Museum ist der langen Brautradition gewidmet. Es vermittelt Eindrücke von der Blütezeit der Bierstadt Dortmund seit den 1950er Jahren, berichtet aus der Geschichte der zahlreichen Dortmunder Brauereien und erläutert den Prozess des Brauens. Über die Spuren der Arbeit in den beiden Maschinenhäusern wird man unmittelbar mit der Geschichte des Bieres an einem authentischen Ort konfrontiert. Stadtgeschichte, untrennbar verbunden mit der Industrialisierung der Bierproduktion, mit allen ihren Errungenschaften, Höhepunkten, aber auch ihren Narben wird hier nachvollziehbar. Denn mit Kohle und Stahl bildete das Bier den Dreiklang, der Dortmund zu der führenden deutschen Industriestadt im 20. Jahrhundert machte.

DASA – Arbeitswelt-Ausstellung 

Die DASA in Dortmund-Dorstfeld ist Deutschlands größte Arbeitswelt-Ausstellung. Früher hieß sie etwas sperrig „Deutsche Arbeitsschutzausstellung“. Der Untertitel ist verändert – die spannenden Inhalte bleiben. Die DASA präsentiert auf 13.000 Quadratmetern Arbeitswelten von gestern, heute und morgen. Sie ist die ständige bildungsaktive Einrichtung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin und informiert über die Arbeitswelt, ihren Stellenwert für Individuum und Gesellschaft sowie über die Bedeutung menschengerechter Gestaltung der Arbeit.

Die Begriffe „Mensch, Arbeit, Technik“ markieren das Spielfeld der DASA: Menschen gestalten Technik und Arbeitswelt – Technik und Arbeit wirken auf den Menschen. Die Beziehungen dieser drei Größen interpretiert die DASA auf immer neue Weise. Dabei geht es in erster Linie um die Frage nach der Sicherung zentraler menschlicher Werte in der Arbeitswelt, wie Gesundheit oder Würde. Die DASA stellt den Menschen mit seinen körperlichen, seelischen, sozialen und kulturellen Belangen in den Mittelpunkt.

Jährlich besuchen mehr als 180.000 Menschen die Dauerausstellung oder Sonderveranstaltungen der DASA. Die Dauerausstellung ist gegliedert in die Themen: Am Bildschirm, Im Wettlauf der neuesten Nachrichten, Im Takt der Maschine, Mehr Sicherheit am Bau, Transportieren und Befördern, Schuften in Schichten, Jede Menge Spannung, Unsichtbare Gefahren, Heilen und Pflegen, Lebensraum Arbeitswelt, Neue Arbeitswelten und Kampf für eine bessere Arbeitswelt.

DFB-Fußballmuseum 

Dortmund neuester Stern am Museums-Himmel: das DFB-Fußballmuseum am Hauptbahnhof Dortmund. Die Eröffnung des „Fußball-Tempels“ ist für Ende 2014 geplant – der erste Spatenstich auf den ehemaligen Busbahnhof am Wall erfolgte im September 2012.

Die fünf Ausstellungsbereiche zeigen sämtliche Facetten des Fußballs – „Vor dem Spiel“ (Emotion), „1. Halbzeit“ (Nationalmannschaft und deutscher Fußball), „Halbzeitpause“ (Trainer und Taktik), „2. Halbzeit“ (Vereinsfußball) und „Nach dem Spiel“ (Spielzone). Eine Multivision zur Geschichte des deutschen Fußballs, die Schatzkammer mit den wertvollsten Pokalen der Nationalmannschaft und des Klubfußballs sowie eine „Hall Of Fame“ für deutsche Spielerpersönlichkeiten bilden weitere szenografische und emotionale Höhepunkte der Ausstellung. Exponate wie Yogi Löws blauer Pulli sind natürlich auch dabei...

Das Ausstellungskonzept: Das DFB-Museum will die sportlichen, politischen, kulturellen, sozialen und ökonomischen Aspekte, Bedeutungen und Botschaften des Fußballs veranschaulichen – aber auch dessen Faszination, Emotion, Spannung und Unterhaltung.

Die Ausstellung soll besucher- und erlebnisorientiert sein, informieren, zum Nachdenken anregen, überraschen, berühren, begeistern – vor allem aber: unterhalten. Dazu bedient es sich modernster Ausstellungskonzepte und -medien. Gleichzeitig wird das Museum zur Begegnungsstätte für alle Mitglieder der Fußballfamilie, für Fans und Vereine, Freunde und Förderer. Dazu tragen Veranstaltungen wie Galas, Preisverleihungen oder Lesungen im Eventbereich bei.

Giraffenmuseum 

Heinz-Jürgen Preuß lebt mit 20 000 Tieren unter einem Dach – im Giraffenmuseum Dortmund. „Jeden Tag kommen neue Tiere hinzu“, erklärt Heinz-Jürgen Preuß bei der Führung durch sein kleines Museum. Vorbei an Vitrinen mit Porzellangiraffen, Wänden mit Giraffenpostkarten und Regalen mit Giraffenplüschtieren. Der Dortmunder hat Jahrzehnte lang gesammelt – und am Ende hatte er sein eigenes Giraffenmuseum beisammen.

Weit über 20 000 Giraffen-Exponate lächeln die Besucher in Keller, Bar und Wintergarten am Wickeder Hellweg an. Wie viele Exponate es wirklich sind, weiß Preuß nicht so genau. „Wir machen gerade mal wieder Inventur“, sagt er.

Die Idee zur Sammlung ist im Pool auf ihn zu geschwommen: Auf einer Vereinsfahrt mit der Dortmunder Abteilung des Clubs der Langen Menschen haben 1,98-Mann Preuß und seine Vereinskollegen das Plastiktier aus dem Wasser gefischt und „aufgepäppelt“. Ganz traurig und verwahrlost habe es ausgesehen. Die Giraffe wurde zum Symboltier des Clubs – und aus der zufälligen Pool-Begegnung wurde eine Leidenschaft.

Handy-Museum 

Das mobile Handy-Museum Dortmund ist die laut eigener Aussage weltweit größte Sammlung historischer Mobilfunkgeräte und Handys prominenter Persönlichkeiten. Die Ausstellung erzählt die Entwicklung des Mobiltelefons in Deutschland von analogen A-Netz (1958) bis zum D-Netz von heute.

Anhand von Exponaten historischer, teils noch funktionsfähiger Mobilfunkgeräte werden die technischen Entwicklungen und Miniaturisierung des Handys anschaulich dargestellt. Als Krönung zeigt die Ausstellung den einstigen Dienst-Mercedes von Bundeskanzler Konrad Adenauer – einem der ersten Autos mit eingebautem Mobiltelefon. Zudem werden seltene Satelliten-Telefone gezeigt – etwa eine Anlage, die im ersten Irak-Krieg genutzt wurde.

Ein weiteres Highlight der Ausstellung sind zahlreiche signierte Handys von mehr als 150 Prominenten – etwa Max Schmeling, Günther Jauch, Papst Benedikt, Claudia Schiffer, Bill Clinton, Peter Ustinov, Roger Moore, Mohammed Ali, Franz Beckenbauer oder John Malkovich.

Frei zugänglich ist die Ausstellung allerdings nicht – man kann sie nur mieten. Ein mobiles Handy-Museum eben.

Hartware MedienKunstVerein (HMKV) 

Der Hartware MedienKunstVerein (HMKV) im Dortmunder U versteht sich als Plattform für die Produktion, Präsentation und Vermittlung von zeitgenössischer beziehungsweise experimenteller (Medien-)Kunst. Medienkunst wird dabei nicht als technisch determiniertes Genre „mit hohem Fun-Faktor“ verstanden, sondern als zeitgenössische Kunst, die sich inhaltlich und konzeptuell mit unserer in starkem Maße medial und technologisch geprägten Gegenwart auseinandersetzt, welche sich durch neue Medien und Technologien radikal verändert. Damit besetzt der HMKV eine singuläre Position in NRW – und in Deutschland.

Der HMKV hat seit seiner Gründung im Jahr 1996 über siebzig Ausstellungen, Film-, Video-, Musik- und Performanceprogramme, Workshops, Vorträge, Tagungen und Konferenzen in diversen Städten im In- und Ausland sowie in Dortmund realisiert.

Für die Ausstellungen des HMKV stehen die 3. und 6. Etage im Dortmunder U zur Verfügung. Damit ist der HMKV in der Lage, sowohl Einzel- als auch große thematische Gruppenausstellungen durchzuführen. Organisierte der HMKV bisher jährlich zwei große internationale Medienkunstausstellungen in der Phoenix-Halle, so hat sich die Ausstellungsfrequenz seit 2011 im ganzjährig nutzbaren Dortmunder U entsprechend erhöht.

Heimatmuseum Lütgendortmund 

Das Heimatmuseum Lütgendortmund ist im östlichen Vorhofgebäude des Haus Dellwig untergebracht. In sechs Räumen zeigt der Verein, wie die Menschen früher in Lütgendortmund und Umgebung gelebt und gearbeitet haben. Die Ausstellungsstücke stammen schwerpunktmäßig aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Gezeigt werden Gegenstände des täglichen Lebens aus Handwerk, Landwirtschaft, Arbeiterwelt und Haushalt.

Aus dem Bereich Handwerk werden u.a. die Berufe Friseur, Schmied, Bäcker, Schlosser, Sattler, Schumacher, Tischler, Klempner, vorgestellt. Aus dem kaufmännischen Bereich sind Büromaschinen und Büroeinrichtungen und Zeugnisse von vielen Lütgendortmunder Firmen und Geschäften ausgestellt. Auch zum Thema Bergbau gibt’s im Museum sehenswerte Exponate.

Natürlich wird auch das rege Lütgendortmunder Vereinsleben dokumentiert. Durch viele Bilder und Fotos wird die Heimatgeschichte Lütgendortmunds lebendig. Ein Besuch des Museums lohnt sich für die ganze Familie: Die Älteren können den Jüngeren die heute nicht mehr üblichen Gegenstände zeigen und ihnen erklären, wie sie früher funktionierten.

Heimatmuseum Hörde 

Das Heimatmuseum Hörde in der Hörder Burg dokumentiert die Geschichte Hördes, das 1198 erstmals erwähnt wurde und 1340 die Stadtrechte erhielt. 1989 gründete sich der „Verein zur Förderung der Heimatpflege“ mit dem Ziel, ein Fest zur 650-Jahr-Feier des Stadtteils auszurichten. Danach wurde der Verein weitergeführt – was Jahre später in der Gründung des Heimatmuseums mündete. Der Verein gab Kalender und Bücher heraus, organisierte Ausstellungen, Stadtführungen und Lesungen, errichtete dem Hörder Stadtpoeten Wenzel ein Denkmal. Der Wunsch, die angesammelten Exponate endlich in eigenen Museumsräumen zu präsentieren, wurde stärker. Bald boten sich heruntergekommene Räume im Westflügel der Hörder Burg an. In mühsamer Eigenleistung richtete der Verein die Räume her.

Heute dokumentieren Hunderte Exponate die Hörder Geschichte vom Mittelalter bis zur Neuzeit. Da sind archäologische Funde wie Glas-, Tonscherben, Schuhsohlen und Knochen, die bei einer verbotenen Schachtung vor der Burg sichergestellt wurden. Steinerne Schleuderkugeln und der weibliche Schädel einer Stiftsdame sind ebenso vertreten wie ein Monumentalgemälde, das das Hörder Hochofenwerk um 1900 zeigt. Aber auch der Alltag mit Küchenschränken, historischen Haushaltsgeräten und Textilien fehlt nicht. Besonders viel Fläche ist der 160-jährigen Stahlgeschichte und der einstigen Hörder Stiftsbrauerei gewidmet. Zudem werden zahlreiche archäologische Funde, zwei Böllerkanonen, Exponate aus der 1969 abgebrochenen Krankenhauskapelle, dekorative Bleifenster aus der einstigen Stiftsbrauerei und liebevoll gestaltete Dioramen zur Hörder Stadtgeschichte präsentiert.

Eine Besonderheit ist die tonnenschwere Thomasbirne – ein Konverter, in dem Luft ins flüssige Roheisen geblasen wurde: 1840 kaufte Hermann Dietrich Piepenstock die mittelalterliche Hörder Burg und 22 Morgen Land, um dort eine Fabrik zu errichten. Aus dieser bescheidenen Gründung entstand das modernste Stahlwerk Europas. Bei dessen Stilllegung im Jahre 2001 sollte die Thomasbirne veräußert werden – was der Heimatverein verhinderte. Seit steht der 68 Tonnen schwere und 7 Meter hohe Koloss auf der Kulturinsel im Phoenix-See.

Hoeschmuseum 

Das Hoesch-Museum in der Nordstadt von Dortmund ist aus der Zusammenarbeit von ehemaligen Hoeschianern, dem Museum für Kunst und Kulturgeschichte, der Stiftung Westfälisches Wirtschaftsarchiv und Sponsoren entstanden. Alle Beteiligten einte das Bewusstsein für die enorme Bedeutung, die die Stahlindustrie für das Ruhrgebiet im Allgemeinen und Hoesch für Dortmund im Besonderen spielten. Großstädte wuchsen im Schatten der Hochöfen, verbanden Tausende einzelner Lebensgeschichten zu einer gemeinsamen Identität und machten das Ruhrgebiet zu einer der wichtigsten Industrieregionen Europas.

Das Hoesch-Museum möchte mit Exponaten aus 160 Jahren Stahlgeschichte die Erinnerung an eineinhalb Jahrhunderte Stahlindustrie in Dortmund erhalten, den Strukturwandel im lebendigen Dialog begleiten und dokumentieren, wie hoch der Stellenwert dieser High-Tech-Branche nach wie vor ist.

Seit April 2009 gibt es ein neues Highlight im Hoesch-Museum: Das 3D-Stahlwerk versetzt Besucher in die Situation eines realen Stahlwerks. Die Dimensionen des Werks sind gigantisch, der glühende Stahl verursacht eine besondere Lichtsituation und ohrenbetäubenden Lärm. Diese visuellen und akustischen Eindrücke sind im multimedialen Ausstellungsbereich sinnlich erlebbar. Ein Stahlwerkerhelm mit integrierter 3D-Brille sowie aufwändige Hard- und Software machen es möglich. Die Besucher können auch selbst handelnd eingreifen: Ein Industrie-Joystick macht sie zu Kranführern im Stahlwerk.

Industrielack-Museum 

Das Industrielack-Museum im Hafen von Dortmund will dem Besucher den Industrielack in all seinen Facetten näher bringen. Und das ist spannender als man auf den ersten Blick denken mag. Denn welcher Laie weiß schon über die Vergoldung von Metallen Bescheid – oder darüber, dass eine Windkraftanlage ohne Lackierung nicht wirtschaftilch wäre? Und vor allem: Wer weiß, wie gefragt gut ausgebildete Lacklaboranten auf dem Arbeitsmarkt sind?

Das Museumsprojekt gliedert sich in die Reihe der wenigen Museen in Deutschland ein, die sich mit Lack und Farbe befassen. In der Branche hat die Ausstellung, die im September 2012 zum ersten Mal ihre Pforten öffnete, schon viel Beachtung gefunden. Ferner kann das Museum und sein Labor auch Fachleuten, Auszubildenden und Schülern als Ort der Recherche und Forschung dienen.

Zur Zeit suchen die Ausstellungsorganisatoren noch technisch interessierte Mitstreiter, die sich aktiv und ehrenamtlich am weiteren Ausbau des Museums beteiligen möchten.

Kokerei Hansa 

Das Industriedenkmal und Museum Kokerei Hansa in Dortmund-Huckarde bietet als „begehbare Großskulptur“ faszinierende Einblicke in die Geschichte der Schwerindustrie des vergangenen Jahrhunderts. Die 1928 in Betrieb genommene Großkokerei war ein wichtiger Teil in der Verbundwirtschaft der Dortmunder Montanindustrie. Von den benachbarten Zechen bezog sie die Steinkohle und lieferte den daraus produzierten Koks und das Kokereigas an Dortmunder Hüttenwerke. Darüber hinaus wurden aus dem Gasgemisch, das bei der Verkokung entstand, wichtige Grundstoffe für die chemische Industrie gewonnen.

Seit 1998 stehen die wichtigsten Produktionsbereiche der Kokerei (wesentlicher Bestand von 1928) unter Denkmalschutz. Die Anlage befindet sich in der Obhut der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur, die im ehemaligen Verwaltungsgebäude der Kokerei ihre Geschäftsstelle betreibt.

Heute kann die 1992 stillgelegte Kokerei Hansa auf dem Erlebnispfad „Natur und Technik“ besichtigt werden kann. Der Weg führt hoch hinaus auf den Kohlenturm mit Panoramablick und zum Herzstück der Kokerei, den Ofenbatterien, in denen bei mehr als 1000 Grad Steinkohle zu Koks gebacken wurde. Die Maschinenhalle mit einem einmaligen Ensemble von fünf Gaskompressoren gilt als Juwel der Anlage.

Der besondere Reiz des Industriedenkmals besteht in dem Miteinander von Architektur, Technik und Natur. Seit der Stilllegung erobert die Natur ihr Terrain zurück. Neben bekannten Gewächsen wie Birken und Sommerflieder haben sich hier auch Exoten aus Flora und Fauna angesiedelt.

Kochbuch-Museum 

Nach 22 Jahren hat das Deutsche Kochbuchmuseum im Westfalenpark Dortmund Anfang 2011 sein Domizil an der Buschmühle verlassen. Mit einer neuen Konzeption zum Thema „Vielfalt der Kulturen“ und „Gesunde Ernährung“ wird es an einen neuen Standort in der Dortmunder Innenstadt ziehen. Die Wiedereröffnung ist für Herbst 2014 geplant. Dann erwartet Interessierte auch ein neues museumspädagogisches Programm.

Die Bibliothek bleibt vorerst am alten Standort und steht weiterhin für Interessierte offen, die nach einem Rezept suchen oder Fragen zu Kochbüchern haben. Das Team der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen von proKULTUR ist mittwochs von 10 bis 14 Uhr dort. Für wissenschaftliche Recherchen kann die Bibliothek nach Vereinbarung genutzt werden.

Im Mittelpunkt des Museums steht Kochbuch-Autorin Henriette Davidis, die von 1856 bis 1876 in Dortmund lebte. Ihre Kochbücher waren im 19. Jahrhundert nicht nur Rezeptsammlungen, sondern auch praktische Ratgeber für den Haushalt. Damit verraten sich Kochbücher auch als Geschichtsbücher: Gesellschaftsleben und Küchentechnik, Sozialunterschiede und Tischkultur formen sich zu anschaulichen Bildern ihrer Zeit. Die Kochbücher der Henriette Davidis orientieren sich am gesellschaftlichen Leitbild der christlichen, bürgerlichen Familie und beschreiben die daraus abgeleiteten, streng reglementierten Lebensweisen für Frauen und Männer.

Nicht Kochbücher allein, auch Puppenküchen, Herde und andere historische Küchengeräte geben Einblicke in das Leben von Mädchen und Frauen im 19. Jahrhundert. Gezeigt werden die Veränderungen in der Küchentechnik bis 1960. Und dabei erweist sich: Es wird längst nicht alles neu gerührt. Viele Ideen Henriette Davidis haben auch noch heute Bestand, erleben gar eine Renaissance oder werden neu interpretiert – sicher nicht immer im Geist der legendären Kochbuchautorin...

Magnet-Museum 

Das Magnetmuseum der Firma Tridelta in Dortmund-Aplerbeck ist beileibe nicht nur etwas für Elektrotechnik-Experten: Binnen sechs Jahren haben die Mitarbeiter 6000 Besucher durch ihre Ausstellung geführt – eine stolze Bilanz für das kleine Sparten-Museum. Experten von Siemens oder Philips waren ebenso dabei wie Kindergartengruppen oder Frauenvereine.

Seit 2005 war das Magnetmuseum allerdings geschlossen – wegen der Suche nach neuen, größeren Räumen. Aber die Suche hat ein Ende: Noch 2012 soll die Ausstellung wieder ihre Pforten öffnen. Vom hinteren Teil des Tridelta-Werksgeländes ist sie nach vorn ins Verwaltungsgebäude gezogen.

Dort zeigt das kleine Museum auf 120 Quadratmetern historische und moderne Anwendungen von Magneten in der Elektrotechnik – in Zählern, Lautsprechern, Telefonen, Schaltern, Uhren, Meßgeräten oder Motoren. Zudem wird die Geschichte der Firma Tridelta nachvollzogen, die seit 80 Jahren Dauermagneten für die Elektroindustrie herstellt.

Kindermuseum Mondo Mio 

Man muss keine große Reise machen, um Abenteuer in anderen Ländern zu erleben. Das Kindermuseum „mondo mio!“ im Westfalenpark Dortmund führt kleine und große Besucher auf eine Reise durch die ganze Welt. Viele spannende Spiel- und Mitmachstationen zeigen, wie Kinder in anderen Ländern leben.

Wie fühlt es sich an, Wasser aus einem Brunnen zu holen? Wie lebt es sich ohne Stromversorgung? Was tun, wenn es kein Spielzeug zu kaufen gibt? Das alles und vieles mehr kann man bei „mondo mio!“ nicht nur entdecken, sondern auch selbst ausprobieren. In der Ausstellung Weltenkinder können auch die Jüngsten von 3 bis 6 Jahren mit ihren Familien auf Entdeckungsreise gehen.

Außerdem bietet das „mondo mio!“ tolle Kindergeburtstage und ein vielseitiges Programm für Kindergruppen und Schulklassen. Die besondere Lage im Westfalenpark ermöglicht es, rund um den Museumsbesuch viel Grün und attraktive Freizeitangebote für jeden Geschmack zu genießen!

MKK – Museum für Kunst und Kulturgeschichte 

Als ältestes Museum seiner Art im Ruhrgebiet präsentiert sich das Museum für Kunst und Kulturgeschichte (MKK) in Dortmund in einem historischen Gebäude als Kombination aus Kunst- und Geschichtsmuseum. Von der Ur- und Frühgeschichte bis ins 20. Jahrhundert – das Museum beherbergt bedeutende Sammlungen zu Malerei und Plastik bis 1900, Möbel, Kunstgewerbe und Design bis zur Gegenwart, Grafik, Fotografie, Textilien, Stadtgeschichte, Archäologie und Vermessungsgeschichte. Kulturgeschichte im Zeitraffer von der Antike bis zum modernen Design.

Alltag und Festtag von gestern zeigen sich im Museum: „Zurück in die Steinzeit“, „Vom Handwerk und seinen Zünften“, „Biedermanns Wohnzimmer“, „Der große Ball im Bürgerhaus“, „Für ein paar Groschen Spaß“ – die Dortmunder Stadtgeschichte lebt auf, das Mittelalter, der Einfluss der Industrialisierung, die zwanziger Jahre. Zu sehen sind auch das bäuerliche Westfalen, die Wohnwelt der Adligen, der Bürger und der Bauern vor 200 Jahren.

Und dann die Glanzstücke: der römische Goldschatz, das romanische Triumphkreuz, die gotischen Madonnen des Conrad von Soest, das Raritätenkabinett der Renaissance. Die Gemäldegalerie beherbergt Werke bedeutender Maler des 18. und 19. Jahrhunderts wie Caspar David Friedrich, Carl Spitzweg, Anselm Feuerbach, Max Liebermann,Max Slevogt und LovisCorinth.

Eine Spezialität für Technik-Fans: Die Ausstellung zur Geschichte des Vermessungswesens präsentiert seltene geodätische Instrumente – von der Erdumfangberechnung durch Eratosthenes über Vermessungsmethoden der Antike bis zur Satellitengeodäsie.

Auch das Museum selbst ist Geschichte – Architekturgeschichte: Nach einem Entwurf von Hugo Steinbach 1924 als Städtische Sparkasse erbaut, wurde der Art-Déco-Bau 1978 bis 1983 zum Museum umgebaut. Das imposante Gebäude in der Innenstadt direkt am Hauptbahnhof hat das Museum stilvoll aufgenommen. Seit 1883 wird gesammelt – Kostbares, Seltenes, Typisches, Alltägliches. Museumsshop und Museumscafé gibt’s natürlich auch...

Nahverkehrsmuseum Bahnhof Mooskamp 

Der WAB e.V. betreibt vom Straßenbahn- und Nahverkehrsmuseum in Dortmund-Nette aus einen musealen Fahrbetrieb mit historischen Dortmunder Schienenfahrzeugen auf der Hoesch-Werkbahn zwischen Huckarde und Ellinghausen. Ziel: Die Wiederanbindung des Industriedenkmals Kokerei Hansa an Hafen und Fredenbaum-Park.

Mit dem historischen Fahrbetrieb und der Fahrzeugsammlung zeigt das Staßenbahnmuseum Mooskamp die Geschichte von Industrie und öffentlichem Personennahverkehr. Bei der Aufarbeitung und Wartung der alten Schienenfahrzeuge kooperiert der WAB mit der Dortmunder ARGE.

Zudem hat die der Verein zum Ziel gesetzt, die alte Lokhalle der Kokerei kulturell zu nutzen – neben der historischen Ausstellung der Fahrzeuge finden auch Konzerte und Ausstellungen lokaler oder regionaler Künstler statt.

Naturkundemuseum 

Ob Jahrmillionen alte Fossilien, farbenprächtige Kristalle und Minerale oder die faszinierende Welt der heimischen Tiere – im Museum für Naturkunde in Dortmund kann man spannende Entdeckungen machen. Seit 100 Jahren zeigt es Schätze aus seinen naturkundlichen Sammlungen

Die biologische Systematik vom Einzeller bis zu den Säugetieren ist das Grundgerüst der zoologischen Ausstellung. Darüber hinaus wird dem Besucher die heimische Tierwelt mit Wildschwein, Biber und Reh, Schleiereule, Gans und Fledermaus näher gebracht. Dazu gibt es einen Überblick über heimische Pilzarten. Aber auch beeindruckende Exponate von weither sind zu finden: eine Riesenschildkröte von den Seychellen oder ein über 2,50 m langes Thunfisch-Skelett.

Die paläo-anthropologische Ausstellung hält Antworten auf viele Frage zur Evolution des Menschen bereit.

Das Süßwasser-Aquarium wird derzeit umgebaut. Außer Fischen gibt es viele andere lebende Tiere – Bienen, Spinnen, Kröten, Insekten, Reptilien.

Dank der Dortmunder Bergbau-Tradition nimmt die Geologie neben der Biologie eine zentrale Stellung ein. Die Ausstellung beschäftigt sich mit Kreislauf und Entstehung der Gesteine. Selbstverständlich wird auch die Kohle ausführlich behandelt...

Die paläontologische Abteilung zeigt die Entwicklung des Lebens durch die Jahrmillionen der Erdzeitalter anhand von Fossilien, Dioramen und Lebensbildern. In der Kreidezeit war Dortmund vom Meer bedeckt, in dem tintenfischähnliche Kopffüßler (Ammoniten) lebten. Heute zieren ihre mächtigen Überresten eine Museumswand. Ein Bereich ist dem Tertiär gewidmet. Gezeigt wird eine große Anzahl hervorragend erhaltener Fossilien, darunter einem seltenen Urpferdchen. Bei den fossilen Pflanzen nimmt die Sammlung versteinerter Baumscheiben einen herausragenden Platz ein.

Die Mineraliensammlung gliedert sich in mehrere Bereiche. Der regionale Teil zeigt wichtige Sammlungen aus NRW – ein anderer Bereich eine Mineraliensammlung aus Tsumeb, Namibia. Im Mineralienkabinett findet man farbenprächtige Mineralien aus aller Welt als Rohstein und weiterverarbeitet zu Gebrauchsgegenständen oder Schmuck. Im Fluoreszenz-Kabinett kann man Bekanntschaft mit Leuchterscheinungen von Mineralen machen, die normalerweise in der Natur nicht zu beobachten sind

Museum Ostwall 

Nach dem Umzug vom namensgebenden Standort am Ostwall zeigt sich heute das Museum Ostwall im Dortmunder U. Das Konzept der Dauerausstellung folgt der Idee vom „Museum als Kraftwerk“. Mit Kunstwerken vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis zur Gegenwart versteht sich das MO als Speicher kreativer Energien der Vergangenheit und möchte Impulse aus dem Alltag der Gegenwart aufnehmen. Das MO ist ein Ort künstlerischer und gesellschaftlicher Auseinandersetzung, an der das Publikum teilhaben kann und soll. Wie wird Kunst durch gesellschaftliche Prozesse beeinflusst? Wie wirkt sie in die Gesellschaft zurück?

Ein Rundgang durch die untere Etage führt rückwärts durch wichtige Kunstrichtungen des 20. Jahrhunderts: Nouveau Réalisme, Informel, Fluxus, Gruppe Zero, Klassische Moderne. Das obere Geschoss ist größeren Werkkomplexen einzelner Künstler vorbehalten – wie Wolf Vostell, Dieter Roth, Joseph Beuys, Anna und Bernhard Blume, Martin Kippenberger, Tobias Zielony, Adrian Paci, Freya Hattenberger.

Unter dem Titel Sammlung in Bewegung präsentiert das Museum Ostwall einmal im Jahr einen Teil seiner Sammlung neu. Im MO-Schaufenster sind im Wechsel – auch vom Treppenhaus des Dortmunder U aus – Werke zeitgenössischer Künstler zu sehen. Im MO-Lautsprecher-Programm können die Besucher im monatlichen Wechsel Soundarbeiten und Klangkunst hören.

Medien-Stationen und Kontext-Displays ergänzen die Kunstwerke und informieren mit Fotografien, Texten, Filmen und Interviews über deren Entstehungszusammenhang. Über das interaktive Bilderarchiv können Besucher eigene Bilder mit Werken aus der Sammlung in Dialog bringen. Ein kostenloser Audioguide informiert über Kunstrichtungen und ausgewählte Kunstwerke und bietet Informationen über die Biographien der Künstler. Mit einem kostenlosen Kinder-Kunstset können sogar Kinder die Dauerausstellung auf eigene Faust erkunden.

Neben der Dauerausstellung zeigt das Museum Ostwall auch regelmäßig Sonderschauen.

Polizeimuseum eins-eins-null 

Das Polizeimuseum „eins-eins-null“ im Polizeipräsiduim Dortmund an der Markgrafenstraße kümmert sich um Mord, Raub, Betrug – beispielhaft dargestellt an Fällen aus der Dortmunder Polizeigeschichte. Es werden die polizeiliche Alltagsarbeit und die historische Entwicklung der Dortmunder Polizei vorgestellt. Was auf manchen Besucher erschreckend wirken mag, gehört für Polizeibeamte zum Arbeitsalltag.

Ausgestellt werden Utensilien aus mehreren Jahrzehnten Polizeiarbeit, darunter über 300 Uniformen. Im historischen Bereich wird die Entwicklung der Polizei vom Mittelalter bis heute anhand von Bildern, Schriftstücken und Sachberichten anschaulich dargestellt. In diesem historischen Teil des Museums erfährt der Besucher viele Umstände, die selbst Ur-Dortmunder nicht kennen.

Es schließen sich die Betätigungsfelder der Polizei an. Exponate und Filme zeigen den anspruchsvollen Polizeialltag besonders bei Großeinsätzen rund um den Signal-Iduna-Park. Und wie sieht eigentlich eine Verkehrsunfallaufnahme aus? Auch das wird plastisch geschildert – anhand eines völlig zerbeulten Autos.

Kriminalitäts-Bekämpfung ist der dritte Schwerpunkt der Ausstellung. Verschiedene Kriminalfälle stellen die Arbeit der Kriminalpolizei dar. Erkennungsdienstliche Ermittlungen, kriminaltechnische Untersuchungen und wissenschaftliche Fahndungsmethoden lassen die Besucher komplizierte Tatzusammenhänge erkennen. Wie werden Fingerabdrücke genommen? Wie ermittelt und überführt die Polizei zum Beispiel Brandstifter oder Mörder? Wie gehen Täter bei Trickbetrügereien vor?

Schlagermuseum 

Neben dem DFB-Fußballmuseum könnte Dortmund bald um ein weiteres neues Museum reicher sein: das Schlagermuseum. Seit Jahren sucht Initiator Dr. Ingo Grabowsky nach einem geeigneten Standort für die Ausstellung – jetzt scheint Suche am Ziel: Wenn Stadt und Sponsoren mitspielen, will der Förderverin sein Museum in der Hörder Burg eröffnen. Bis das Schlagermuseum die Pforten öffnet, können allerdings noch locker zwei Jahre vergehen.

Die Schritte seither: 2007 kam Ingo Grabowsky die Idee, in Dortmund ein Schlagermuseum aufzubauen. Im September 2010 wurden sein Pläne erstmals in den Medien publik. Im Mai 2011 organisierte er die Wanderausstellung „Lieder, Schnulzen, Melodien“ im MKK. 2011 gründete sich der Verein „Europäisches Schlagermuseum“, auf dessen Initiative die Veranstalter von „Schlager Total“ in der Westfalenhalle das Festival „Dortmund Olé“ im Westfalenpark ins Leben riefen. Das Festival unterstütze die Idee eines Schlagermuseums mit Kräften, erklärt Grabowsky – auch finanziell. In den kommenden Tagen fließe die erste größere Summe aufs Vereinskonto, mit dem die bislang 15 Mitglieder erst einmal „so richtig die Werbetrommel rühren“ wollen.

Schulmuseum 

Selige Erinnerungen an die Schulzeit oder die Erleichterung, dass es so nicht mehr ist – zwei von vielen möglichen Gefühlen im Westfälischen Schulmuseum in Dortmund. Hier kann man in 500 Jahren Schulgeschichte schnüffeln.

Ursprünglich diente das 1910 gegründete Schulmuseum als Einrichtung zur Lehrerfortbildung und als Lehrmittel-Schausammlung. Mittlerweile ist die schulhistorische Sammlung eine der größten in Deutschland.

Der Zeigestock kann auf Generationen von Lehr- und Lernmitteln, Schulbüchern und technischen Geräten für den Schulunterricht deuten. Schulmöbel vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart erzählen von Schülerstreichen und Pennäler-Lieben. Wer will, kann hier noch mal Einblicke nehmen in die Geschichte des Rechenunterrichts von Adam Riese über Carl Friedrich Gauß bis zur Mengenlehre.

Und das „Lernen“ findet keineswegs mehr still und in Zweierreihen statt. Neben der Museumsarbeit steht das Schulmuseum auch als Forschungsstätte zur Verfügung. Es hilft mit Exponaten und fachlicher Beratung bei anderen Ausstellungen, gibt eine eigene Schriftenreihe heraus und veranstaltet innerhalb des Museums Sonderausstellungen.

Steinwache 

1992 wurde die Mahn- und Gedenkstätte Steinwache am Hauptbahnhof Dortmund als eröffnet. Sie befindet sich im alten Dortmunder Gestapogefängnis, in dem von 1933 bis 1945 insgesamt 65.000 Menschen inhaftiert wurden. In der Mahn- und Gedenkstätte befindet sich die Ausstellung „Widerstand und Verfolgung in Dortmund 1933-1945“ des Stadtarchivs Dortmund, die sich über fünf Stockwerke auf 1200 qm erstreckt.

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht – entsprechend der Sozialstruktur der Industriestadt Dortmund – der Widerstand der Arbeiterschaft gegen das NS-Regime sowie die Verfolgung von Minderheiten. Der NS-Verfolgungsapparat und die NS-Justiz werden ebenso dargestellt wie die verfolgten Gruppen (Zwangsarbeiter, polnische Minderheiten, Sinti und Roma, psychisch Kranke, Deserteure).

Die Ausstellung trägt stark biographische, lokalgeschichtliche Züge, ohne deren Einbindung in den historischen Kontext der Geschichte des Deutschen Reiches zu vernachlässigen. Es werden Widerstandsaktionen in ihren personellen Verflechtungen in ausdruckstarken Fotos, Dokumenten, Briefen und persönlichen Berichten dargestellt. Persönliche Erinnerungen von Zeitzeugen an die NS-Verfolgung können als Video- und Audio-Dokument abgerufen werden.

Die komplizierte Gebäudestruktur (über 50 Haft-Zellen) machte eine komplette Neugestaltung und Umstrukturierung der ursprünglichen Ausstellung von 1981 erforderlich. Einigen Räume wurden sachlich-nüchtern rekonstruiert (Verhörzelle, „Fertigmachzelle“, Nachbildung einer Gefängniszelle). Dabei sind auch zahlreiche Zelleninschriften von Häftlingen entdeckt worden.

Roy-Black-Museum 

Lange nach seinem Tod lebt der Geist des Schlagerstars weiter: Im Roy-Black-Museum in Dortmund-Berghofen können Fans in den Alltag des Sängers eintauchen. Denn die Macher der Ausstellung waren nicht einfach nur seine Fans – Irmgard und Friedhelm Tiemann waren seine Freunde. Mindestens einmal pro Woche übernachtete Roy Black in der Dachwohnung ihres Hauses in der Berghofer Mark.

Noch heute ist die Zweit-Wohnung des Sängers so eingerichtet, wie der 1991 verstorbene Roy Black sie verlassen hat. Im Badezimmer stehen Zahnbürste und Rasierpinsel des Schlagerstars – im Kühlschrank ein Glas mit eingelegten Oliven. Auf 110 Quadratmetern stellen die Tiemanns zahllose Auszeichnungen, Dokumente, Presseberichte, Tonträger, Fotos und Kleidungsstücke von Gerhard Höllerich, wie Roy Black mit bürgerlichem Namen hieß, aus. Und das Paar sammelt weiter – und ist vor allem auf der Suche nach Raritäten und Fotos aus der Anfangszeit.

Zeche Zollern 

Prunkvolle Backsteinfassaden und opulente Giebel rund um den grünen Ehrenhof: Das LWL-Museum Zeche Zollern in Dortmund-Bövinghausen erinnern eher an eine Adelsresidenz als an eine Schachtanlage, auf der Kohle gefördert wurde. Genau das war Teil der Bauidee. Heute ist das „Schloss der Arbeit“ im Westen Dortmunds zweifellos eines der schönsten und außergewöhnlichsten Zeugnisse der industriellen Vergangenheit in Deutschland.

Kaum vorstellbar ist heute, dass das Ensemble nach der Stilllegung in den 60ern für eine Schnellstraße abgerissen werden sollte. Wichtigstes Objekt im Kampf um den Erhalt war die heute frisch renovierte Maschinenhalle mit dem eindrucksvollen Jugendstilportal – heute eine Ikone der Industriekultur. Der Erhalt des Vorzeige-Baus aus Stahl und Glas 1969 rettete nicht nur die gesamte Anlage samt Förderturm, sondern markiert gleichzeitig auch den Beginn der Industriedenkmalpflege in Deutschland.

Doch im Museum der Sozial- und Kulturgeschichte des Ruhrbergbaus sind Glanz und Repräsentationskultur der Steinkohlenbergwerke nur eine von vielen Facetten. Die Ausstellungen führen den Besucher in eine Welt harter Arbeitsbedingungen, die exemplarisch an Lebensläufen von Männern und Frauen veranschaulicht werden.