Landgericht

Frau brach Nachbarn den Unterarm mit Baseballschläger

Foto: WR/Franz Luthe

Dortmund.   Als ihr Nachbar sich beschwerte, sie mache zu viel Krach, schlug eine Frau kurzerhand mit einem Baseballschläger zu. Das Landgericht prüft jetzt, ob die Frau in die geschlossene Psychiatrie muss. Sie leidet an einer „Kontroll-Impulsstörung“.

Der Mann war sauer: Aus der anderen Wohnung drang am 12. September 2010 mal wieder laute Musik – und das um zwei Uhr nachts. Wütend klingelte er bei der Übeltäterin an, Minuten später hatte er eine Platzwunde am Kopf und einen komplizierten Unterarmbruch. Frau Nachbarin hatte nach der Beschwerde mit dem Baseballschläger zugeschlagen.

Doch so brutal die Tat auch ist: Die 36. Große Strafkammer des Landgerichtes muss jetzt prüfen, ob die 31-Jährige dafür überhaupt strafrechtlich zur Verantwortung zu ziehen ist. Der psychiatrische Sachverständige Dr. Bernd Roggenwallner diagnostizierte eine Persönlichkeitsstörung in Form einer „Kontroll-Impulsstörung“.

Eine andere Hausbewohnerin bekam eine Kopfnuss

Seit November 2011 ist die Frau in der geschlossenen Psychiatrie in Eickelborn untergebracht, je nach Entscheidung der Kammer muss sie auch dort eventuell bleiben. Bei ihrem Prozess vor dem Amtsgericht bemerkte man die Auffälligkeiten, es wurde ein Gutachter hinzugezogen und das Verfahren ans Landgericht verwiesen.

Denn der Schlag mit dem Baseballschläger war nicht der einzige Ausraster in dem Mehrfamilienhaus an der Martener Straße. Einen Monat später versetzte die Frau mit den kurzen, blonden Haaren einer anderen Hausbewohnerin eine Kopfnuss. Jene Nachbarin soll ihr spätabends gesagt haben, sie möge jetzt mal langsam wieder in ihre eigene Wohnung gehen.

„Von solchen Sportgeräten lasse ich wohl besser die Finger“

Beide Vorfälle hat die 31-Jährige gestern im Gericht bedauert: „Ich sehe ein, dass ich Fehler gemacht habe, auch von solchen Sportgeräten lasse ich wohl besser die Finger.“ Damit sprach sie ihren Baseballschläger an. Was den Abend mit ihrer Bekannten betrifft, da wusste sie noch, dass man Sangria getrunken habe. „Dann wurde sie plötzlich komisch. Warum sollte ich sie denn erst besuchen, wenn ich dann wieder gehen soll?“

Die Nachbarin kann nicht mehr als Zeugin gehört werden, sie ist inzwischen verstorben. Der andere Nachbar war mit seinem komplizierten Armbruch acht Monate in ärztlicher Behandlung. Urteil voraussichtlich am 6. Juni.

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