Kino

Erste "Quittungen" für langen Streik im Cinestar Dortmund

Foto: Knut Vahlensieck

Dortmund.  Im Cinestar Dortmund wird seit Dezember 2011 gestreikt. Bislang ist keine Annäherung in Sicht. Befristet Beschäftigte erhielten nun dafür die ersten „Quittungen“ und wurden gefeuert.

Sie streiken seit Mitte Dezember. Mal weniger, inzwischen wieder mehr, mehrfach die Woche eben, meist vor den Abendvorstellungen. Befristet Beschäftigte bei Cinestar bekommen für ihr Engagement für einen Tarifvertrag und einen branchenüblichen Lohn jetzt eine unschöne Quittung: die Kündigung bzw. keine Vertragsverlängerung.

Das, sagt Verdi-Verhandlungsführer Frank Schreckenberg, komme leider immer wieder mal vor. Auch er weiß, dass die Länge des Arbeitskampfes an Ausdauer und Moral nagt. „Wir müssen“, sagt er, „jetzt noch mal den Druck erhöhen.“

Dabei ist der nicht ohne: Sieben von bundesweit 73 Kinos werden inzwischen bestreikt, zumeist die größeren Häuser wie Dortmund mit seinen an die 100 Mitarbeitern; daneben aber auch Osnabrück, Kassel. In Frankfurt und Mainz waren Freitag vor Pfingsten die Verhandlungen ergebnisoffen abgebrochen worden, sagt Schreckenberg. Aber: Für beide Häuser wird ein zweiter Verhandlungstermin vereinbart – „erste Schritte in die richtige Richtung“. Den Mitarbeitern geht es aber nicht reinweg um mehr Geld, sie wollen vor allem eine tarifliche Bindung. So, wie sie sogar Leiharbeitsfirmen haben, die in den Kinos wegen Aushilfspersonal bemüht wurden. Im Cinestar Bamberg hatten die Leiharbeitnehmer ihren Dienst sofort wieder quittieren müssen, weil sie vertraglich eben nicht bei Arbeitskämpfen eingesetzt werden dürfen. „Das prüfen wir jetzt auch in den anderen Häusern“, sagt Schreckenberg. Ebenso wie die Bereitschaft zum Streik in den Kinos, die bislang noch außen vor sind.

Leserkommentare (10) Kommentar schreiben