Prozess

Totschlag – Bottroper muss für 12 Jahre ins Gefängnis

Foto: Uwe Schaffmeister

Foto: WAZ FotoPool

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Oberhausen.   Weil er im Sommer 2011 in Oberhausen-Osterfeld einen Mann erschossen hatte, wurde ein 37-Jähriger nun vom Landgericht Duisburg wegen Totschlags verurteilt. Die brutale Tat entsetzte auch das Gericht. Sie habe „den Charakter einer öffentlichen Hinrichtung“, so die Kammer in der Urteilsbegründung.

Mit einem deutlichen Urteil endete gestern vor dem Landgericht Duisburg das Verfahren gegen einen 37-jährigen Bottroper. Am frühen Morgen des 15. Juni 2011 hatte er einen 41-Jährigen in der Nähe von dessen Wohnung in Oberhausen-Osterfeld mit fünf Schüssen getötet. Das Schwurgericht verurteilte ihn wegen Totschlags zu 12 Jahren Haft. Nach den Worten des Angeklagten hatte ihn das Opfer zu einem bezahlten Mord anstiften wollen und ihm deshalb auch die Pistole gegeben. Aber er habe das nicht gekonnt. „Ich bin kein gedungener Mörder“, so der 37-Jährige.

Angeklagter will Angriff gefürchtet haben

Mord in Oberhausen

Ein 41-Jähriger wurde heute morgen in Oberhausen-Osterfeld auf offener Straße erschossen.

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Als er dem Auftraggeber und früheren Freund die Waffe in der Nähe von dessen Wohnung an der Vestischen Straße zurückgeben wollte, sei es zu einem Streit gekommen. Der Angeklagte will einen Angriff befürchtet und deshalb geschossen haben.

Zehn Verhandlungstage dauerte der Prozess. Das war weniger einer komplexen Sach- und Rechtslage zu verdanken, als vielmehr dem Versuch der Verteidigung, sie so erscheinen zu lassen.

Bekannter hat das Opfer gewarnt

Das Gericht sah die Version des Angeklagten nach der Beweisaufnahme als widerlegt an. „Die Tat hatte den Charakter einer öffentlichen Hinrichtung“, so der Vorsitzende. Dass der Angeklagte wohl keine friedlichen Absichten gehabt habe, mache schon der Umstand deutlich, dass der Bekannte, der den 37-Jährigen in der Tatnacht nach Oberhausen fuhr, das Opfer noch telefonisch gewarnt habe.

„Hätte der Angeklagte einen Angriff befürchtet, so hätte auch ein Schuss ausgereicht“, meinten die Richter. Tatsächlich hatte der 37-Jährige dem Opfer zunächst in den Kopf geschossen, dann vier Schüsse auf die Brust abgegeben. Auch eine verminderte Zurechnungsfähigkeit durch Genuss von Alkohol und Drogen, wie ihn der Angeklagte behauptet hatte, sah das Gericht nicht. Strafschärfend wertete die Kammer, dass der Angeklagte bereits wegen einer Gewalttat mehrere Jahre hinter Gittern gesessen hatte.

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