Karneval

Hommage an Deutschland im brasilianischen Karneval

Die "Bateria", die Trommler-Truppe, ist das Herz jeder Sambaschule.

Foto: getty

Die "Bateria", die Trommler-Truppe, ist das Herz jeder Sambaschule. Foto: getty

Rio de Janeiro.  Rio fiebert auf den Karneval zu. Die Sambaschulen proben unentwegt auf den Avenidas für das heiß ersehnte Defilee im legendären Sambódromo. Eine davon bereitet eine besondere Ehre für Deutschland vor - mit Schwarzwälderkirschtorten, Bier, Elfen und dem VW-Käfer.

In der "Barracão 12", der großen "Baracke Nummer 12", in Rios Stadtteil Gamboa herrscht bis tief in die Nacht hektisches Treiben. Es wird gehämmert und geschweißt, genäht, lackiert und geprobt. Der Count-Down läuft: Bis zum Karneval in Rio sind es nur noch knapp drei Wochen. Die Sambaschule Unidos da Tijuca will wie im Vorjahr Rios begehrte Karnevalskrone holen und hat sich dazu als Thema "Deutschland in allen Facetten" auf die Fahne geschrieben.

Über 4000 Trommler, Tänzer und Samba-Queens werden umrahmt von sechs gigantischen Motivwagen über den 700 Meter langen Boulevard des legendären Sambódromos von Rio defilieren. Es soll eine Samba-Oper unter freiem Himmel werden, eine Hommage an Deutschland, um den Brasilianern das ferne Land in Europa mit viel Musik und Fantasie vor Augen zu führen. "Deutschland hat der Welt viel geschenkt: Kultur, Technologie, gutes Essen, Musik und Märchen für die Jugend. All das wollen wir zeigen", sagt Bruno Tenório, der seit einem Jahr als Chef der Kommunikationsabteilung nichts anderes macht, als für das Projekt zu werben und zu kämpfen.

Strengste Geheimhaltung

Das Regiebuch für das Defilee in der Nacht zum Rosenmontag schrieb der bekannte Choreograph Paulo Barros. Einiges ist schon bekannt, vieles wird aber bis zum Einzug ins Sambódromo streng geheim gehalten. "Es soll eine Überraschung werden, und klar, wir stehen auch im Wettbewerb mit den anderen Samba-Schulen in Rio", sagt Sérgio Eduardo, der für Kosten und Anfertigung der Fantasie-Kostüme verantwortlich ist.