Totenklage, lyrisch

Selten sind Menschen so kunst-, gefühl- und eindrucksvoll betrauert worden wie der im Frühsommer 2000 verstorbene Ernst Jandl, dem seine Witwe Friederike Mayröcker ein ergreifendes Requiem auf ihren „Herz- und Hand-Gefährten“ ins Nirwana der Dichter hinterherschickte. Einzigartig

Selten sind Menschen so kunst-, gefühl- und eindrucksvoll betrauert worden wie der im Frühsommer 2000 verstorbene Ernst Jandl, dem seine Witwe Friederike Mayröcker ein ergreifendes Requiem auf ihren „Herz- und Hand-Gefährten“ ins Nirwana der Dichter hinterherschickte.

Detailansichten vom Totenbett mischen sich mit Erinnerungen einer schier ewigen Paar-Gemeinschaft. Friederike Mayröckers so elegisch wie zärtlich rhythmisierte Totenklage hat der Musiker Lesch Schmidt mit Jazzrock-Improvisationen unterlegt. Zuweilen allerdings wird die Musik zur akustischen Konkurrenz – was zwangsläufig die Aufmerksamkeit für das gesprochene, aber nicht immer hörbare Wort schärft. Die im Vergleich zu Mayröcker geradezu sachlich klingende Erzählstimme von Dagmar Manzel rundet das lyrische Ereignis im Hörbuch zu einem Kunstwerk eigenen Ranges.


Friederike Mayröcker/Lesch Schmidt: Requiem für Ernst Jandl. Speak Low, 60 min., ca. 20 Euro.

Einzigartig

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