Rollend reden

Als der Autor ein Kind war, war Taxifahren ein Luxus in schwarzen Limousinen. Heute gehört bezahltes Bei- und Beige-Fahren zum Alltag von Jochen Rausch (60), und weil er nicht nur Autor, sondern auch Journalist ist, sind Fragen unvermeidlich. 120 Miniatur-Monologe versammelt sein Büchlein: Es erzählen der Maurer aus Kasachstan und der Ingenieur aus dem Iran, der verkannte Schriftsteller und die Alleinerziehende. Es geht ums Warten auf Godot am Taxistand, um die ostdeutschen „Eintagsamourösen“ hinter der Mauer damals, um Kindererziehung auf Ukrainisch (tut weh, auch beim Lesen!) – und immer wieder um die kleine oder große persönliche Tragödie, die hinters Steuer geführt hat. Eine kurzweilige Fahrt durch ganz Deutschland, dazwischen langlebige Weisheiten; etwa so: „Manche Fahrgäste wollen eigentlich nirgendwohin. Die wollen nur nicht allein sein.“ Vielspurig

Als der Autor ein Kind war, war Taxifahren ein Luxus in schwarzen Limousinen. Heute gehört bezahltes Bei- und Beige-Fahren zum Alltag von Jochen Rausch (60), und weil er nicht nur Autor, sondern auch Journalist ist, sind Fragen unvermeidlich. 120 Miniatur-Monologe versammelt sein Büchlein: Es erzählen der Maurer aus Kasachstan und der Ingenieur aus dem Iran, der verkannte Schriftsteller und die Alleinerziehende. Es geht ums Warten auf Godot am Taxistand, um die ostdeutschen „Eintagsamourösen“ hinter der Mauer damals, um Kindererziehung auf Ukrainisch (tut weh, auch beim Lesen!) – und immer wieder um die kleine oder große persönliche Tragödie, die hinters Steuer geführt hat. Eine kurzweilige Fahrt durch ganz Deutschland, dazwischen langlebige Weisheiten; etwa so: „Manche Fahrgäste wollen eigentlich nirgendwohin. Die wollen nur nicht allein sein.“

Jochen Rausch:
Im Taxi. Eine Deutschlandreise. Berlin Verlag,
128 S., 9 €

Vielspurig

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