WR-Serie

Vom Kirchhof zum Hohenzollernpark

Halver. Vor 185 Jahren wurde auf dem Gelände des heutigen Hohenzollernparks an der Von-Vincke-Straße ein Friedhof angelegt. Bis dahin fanden die Bestattungen auf dem „Kirchhof" rund um die evangelische Kirche statt. Einige Pfarrer erhielten ihre letzte Ruhestätte jedoch in der Kirche selbst.

Initiator des neuen Friedhofes war der bekannte Halveraner Amtmann und Bürgermeister Wilhelm Schmidt. Seine Beziehungen zur damals noch lutherischen Kirchengemeinde erschöpften sich nicht im Interesse für ihre Aufgaben und Probleme. Er engagierte sich auch, wie der Heimatforscher Justus Schellewald betont, „in hervorragender Weise für die kirchlichen Angelegenheiten". Am 31. Dezember 1834 wurde Amtmann Schmidt sogar zum Kirchenältesten gewählt. Der Schriftführer des Presbyteriums trug an diesem Tage in das Protokollbuch ein: „Nach alter Observanz (Regel) sollen nur solche Gemeindeglieder zu Kirchen-Aeltesten gewählt werden, die vorher schon Kirchmeister oder Provisoren gewesen sind. Die gegenwärtige Wahl des Bürgermeisters Schmidt zum Aeltesten ist zwar eine Ausnahme von dieser vernünftigen Regel, allein sie erscheint deshalb als gerechtfertigt, weil Schmidt wegen seiner Stellung mit den kirchlichen Angelegenheiten bekannt ist und stets für die Kirche besonderes Interesse gezeigt hat. Übrigens soll durch diesen Fall die Observanz nicht durchbrochen werden." Wie sich aus Archivunterlagen der Evangelischen Kirchengemeinde ergibt, war es Wilhelm Schmidt, der bereits in den 1820er Jahren, also lange vor seiner Wahl zum Kirchenältesten, die Pfarrer, den Kirchenvorstand und das Presbyterium drängte, einen neuen Friedhof anzulegen. Als Standort schlug er das kircheneigene Grundstück an der „Provinzialstraße nach Lüdenscheid", der heutigen Von-Vincke-Straße, vor. Die erste Beerdigung auf dem neuen Friedhof erfolgte am 16. September 1823. Pfarrer Dr. Ewald Dresbach merkt dazu in seinen Aufzeichnungen zur Geschichte der Kirchengemeinde an: „An diesem Tage wurde Johann Peter Ahlhaus vom Grafwege als erste Leiche auf dem außerhalb des Dorfes angelegten Friedhof beigesetzt. Die Familien H. H. Winkhaus zu Carthausen und H. Steinbach und W. Berghaus zu Vollme besitzen eigene Begräbnisplätze in der Nähe ihrer Wohnorte. Die katholischen Leichen werden auf dem evangelischen Friedhofe, der Eigenthum der Kirche ist, beerdigt."

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