Mildere Strafe

Dealer will Lieferanten nennen

Mit einem Bein stand er schon im Gefängnis, jetzt versucht der Bergkamener alles, um doch noch um die drohende Gefängnisstrafe herumzukommen.

Wegen des Handels mit Amphetamin stand der junge Mann gestern vor dem Unnaer Schöffengericht und entschied sich in letzter Sekunde doch noch dazu „auszupacken”.

Dabei sah es am Anfang der Verhandlung noch ganz anders aus. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Bergkamener vor, zwischen Juni und Oktober vergangenen Jahres Amphetamin und Heroin nicht nur konsumiert, sondern auch damit gedealt zu haben. Bis zu 400 Gramm Amphetamin soll der Bergkamener dabei in seiner Wohnung aufbewahrt und es von dort aus an seine Kunden weitergegeben haben.

Diese Vorwürfe wies der Bergkamener aber zu Beginn der Verhandlung brüsk von sich. Konsumiert habe er die Drogen, das stimme, aber gedealt habe er niemals, behauptete er. Dumm nur, dass gleich zwei Zeugen zugaben, Amphetamin bei ihm gekauft zu haben. Einer der beiden hatte sogar beobachtet, wie der Bergkamener in seiner Wohnung über 400 Gramm des Rauschmittels portionsweise abgepackt hatte. „Das lag da ganz offen herum,” erinnerte sich der Zeuge. Nachdem Richter Jörg Hüchtmann den mehrfach vorbestraften Angeklagten noch einmal eindringlich darauf hingewiesen hatte, dass er bei seinem Verhalten mit einer empfindlich hohen Gefängnisstrafe zu rechnen habe, besann der Bergkamener sich aber noch einmal. Nach einer kurzen Verhandlungspause gab er doch zu, mit größeren Mengen Amphetamin gehandelt zu haben. Verurteilt wurde er gestern noch nicht. Am 9. Juni findet eine erneute Verhandlung statt und in der Zwischenzeit hat der Bergkamener jetzt Gelegenheit bei der Polizei ein umfassendes Geständnis abzulegen und auch Namen von Kunden und Lieferanten zu nennen. Ob es dann tatsächlich für die angestrebte Bewährungsstrafe reicht, wird sich in zwei Wochen zeigen.

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