Oldtimer

„Das is’ was“ – das Oldtimer-Treffen

Oldtimer-Parade am verkaufsoffenen Sonntag in Halver

Foto: Elke Teipel

Oldtimer-Parade am verkaufsoffenen Sonntag in Halver Foto: Elke Teipel

Halver.  Günter Fromme lehnt sich zurück in den Campingstuhl vor seinem Wohnwagen Eriba Puck, Baujahr 1962. Auf dem Tisch dudelt das Neckermann-Kofferradio aus den 60er Jahren. Irre Typen in irren Typen rollen an dem Initiator des Oldtimer-Treffens am Kulturbahnhof vorbei – mindestens 150.

Damit hatte keiner gerechnet. „Tolle Veranstaltung. Tolles Gelände“, rufen ihm die Oldie-Freunde aus ihren Schätzchen zu. „Das solltet ihr alle drei Monate machen“. Auch Olaf Panne vom Stadtmarketing für Halver, das die Aktion im Rahmen des verkaufsoffenen Sonntags ins Rollen gebracht hat, kommentierte: „Das is’ was“.

„Das ist noch was“, begeisterten sich auch die Besucherinnen und Besucher für Edelkarossen, Trecker, Motorräder, Bullis, Busse und natürlich den Wagen der Feuerwehr.

„Das war mein erstes Auto“ – Wiedersehen mit einem VW Käfer. Nein, es war dann doch nicht das Modell Baujahr 1967. Der Mann korrigiert sich. Seiner war ein VW 1200 mit 30 PS, Baujahr 1964. Ein Käfer läuft und läuft und „ist mir über den Weg gelaufen“, berichtet Besitzer Holger Schütz. Jetzt sollen sich die Wege jedoch trennen. Schütz hat sein Herz für Borgward entdeckt.

Begeisterung für Brezelfenster

Beim Anblick des Käfers nebenan zerbrezelt es auch Motorradfans: Begeisterung für Brezelfenster. Michael Gutmann aus Schwelm hat zufällig von dem Oldtimer-Treffen in Halver gehört. Er fährt eine BMW/5, 900 ccm, Baujahr 1971. Zusammen mit Andreas Göbel hat er Kurs auf Halver genommen – Göbel auf einer Norton Matchless. Vor mehr als 20 Jahren hatte er für 1000 DM aus einem Harley Container ein Roalin’ Chassy gekauft und sich daraus ein Hybrid Motorrad zusammen gebaut.

Irre Typen schrecken vor Verrücktheiten nicht zurück. Der Schlüter Otti heißt eigentlich Hartmut Otto. Er hat sich am Sonntagmorgen in Balve-Garbeck auf seinen knallroten Anton Schlüter, Super 1500 TVL, Baujahr 1975 geschwungen und ist nach Halver getuckert. Maximal Tempo 30 - zwei Stunden Anfahrt mit dem Riesen aus sechs Tonnen Stahl. Nebenan geht es auch eine Nummer kleiner: Erik-Matti ist zweieinhalb und sitzt am Steuer eines Trecker-Oldies. Den Turck-Bus kennt man noch. Damit fuhren doch immer die Frauen, erinnern sich die Halveraner.

Alle Autos sind einzigartig

„Ich dachte, da stehen nur ein paar Autos rum“ – Ein Trugschluss und so alarmiert der Fan die Freunde. „Kommt. Hier stehen mindestens drei Autos, die ich selber auch mal gefahren habe“. Eins davon war der R4. Egal welches Fabrikat, ob Jaguar, Porsche, Mercedes, Citroen, Opel, NSU, Fiat, Ford - alle, die (Auto-)Geschichte geschrieben haben, kamen zum Kulturbahnhof. Alle sind auf ihre Art einzigartig und faszinierten auch über Markengrenzen hinweg. Der Andrang war groß.

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